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Radfahren

16.12.2017 05:23 (UTC)
   
 

Mein Verhältnis zum Radsport


Geschafft! Die letzten Meter vor dem Pordoijoch (Dolomiten)

Interessiert hat mich der Radsport schon immer. Schon als Schüler verfolgte ich die Übertragungen der Tour de France (ARD, 17.15 bis 17.45 Uhr, mit Jürgen Emig und Herbert Watterott) mit großem Interesse. Und selbst Rad gefahren bin ich auch schon seit jeher gerne. Schließlich wollte man damals immer mehr Kilometer auf dem Tacho haben als die Freunde, und da hat man am Tag schon mal 40, 50 Kilometer zurückgelegt (und manchmal abends am - damals noch mechanischen - Zähler fleißig weitermanipuliert...).

Heute sind die Radsportübertragungen länger, es werden auch mehr Rennen im TV gezeigt, und ich manipuliere meinen Tacho mittlerweile nicht mehr, nicht nur, weil dies aufgrund der Elektronik auch absolut kein Problem mehr wäre. Aber selber Rad fahren, das gefällt mir noch immer. Bis zum Jahr 2004 hielt sich die Jahreskilometerzahl jedoch in engen Grenzen: 1000 Kilometer waren schon viel, in der Regel pendelte es sich bei 700 bis 800 km ein.

Auf die Alpen kam ich eher durch Zufall. Auf einem Fest im Nachbardorf diskutierte ich mit zwei Freunden über die eben zu Ende gegangene Tour de France. Mit zunehmender Bierlaune sagten wir uns, dass es doch wohl auch für uns möglich sein müsste, Anstiege wie den hinauf nach Alpe d'Huez oder auf den Col du Galibier zu schaffen. So entstand der erste Alpen-Radurlaub in Savoyen, denn natürlich wollte (bzw. konnte) von uns Dreien keiner mehr einen Rückzieher machen - man hätte es sich ja gegenseitig als Schwäche auslegen können...

Und weil man sich auf sowas ja vorbereiten muss, steigerte ich mein Jahrespensum auf das drei- bis vierfache. Das wurde auch möglich, weil ich nach über 30 Jahren und ca. 800 Spielen dem Fußball ade gesagt hatte. Fußball war mein Leben; ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es ohne diesen Sport verlaufen wäre. Unmengen von Leute konnte ich durch den Fußball kennenlernen, und das über die Grenzen von Deutschland hinaus.
Aber Fußball geht eben auch auf die Knochen, und da hat es in den vergangenen Jahren immer mehr gezwickt. Beim Radsport ist das anders. Dieser Sport ist einer der gesündesten überhaupt, bei richtiger Ausübung ist die Verletzungsgefahr gleich Null (von Unfällen möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen!), man kann ihn bis ins höhere Alter betreiben - und sich immer neuen Herausforderungen stellen, wenn man nur möchte. Eine Möglichkeit ist eben das Bezwingen von Alpenpässen, von denen es ja in jeder Schwierigkeitskategorie genügend gibt.


Ein schönes Beispiel: Der Fedaiapass in den Dolomiten. Während ihn vom Westen auch der "echte"
Freizeitradler ohne große Probleme "bezwingen" sollte, ist seine Ostseite wirklich nur etwas
für
Durchtrainierte und solche, die gelernt haben, zu leiden. Ich durfte diese Erfahrung am
eigenen
Leib machen.

Auf jeden Fall muss ich sagen, dass diese Pässe seit dem Schlüsselerlebnis in Frankreich eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich ausüben. Wenn Kenner sagen, so etwas macht süchtig, dann wissen sie wohl, wovon sie sprechen. Vor allem in Italien habe ich mittlerweile fast alle bekannten Pässe befahren - vom grandiosen Stilfser Joch über den wilden Gavia und die ultrasteilen Zoncolan und Drei Zinnen bis zu den eher lieblichen Mendelpass oder Gampenjoch.
Es gibt ja wohl kaum eine bessere Kombination aus sportlicher Herausforderung und Genuss der Schönheit der Natur. Pässe fahren heißt auch körperliche Grenzerfahrung machen, sich selber besser kennen zu lernen. Man lernt, sich realistische Ziele zu setzen und diese dann auch zu erreichen (auf Deutsch: den inneren Schweinehund zu überwinden). Denn ein Pass kann einen auch fertig machen und die letzten Körner aus dem Körper saugen. Und dann zu sagen: "Ich fahre da noch rauf, komme was wolle", das muss man erst lernen. Dass man dafür eine sehr gute Kondition, ausreichend Kraft in den Beinen und natürlich ein gesundes Herz-Kreislauf-System (lasse ich jährlich untersuchen) braucht, muss ich hier wohl nicht groß beschreiben.


Meine erste wirkliche Grenzerfahrung: Der Col du Galibier. Nach 50 Kilometern
nur bergauf war ich fix und fertig und zwei Tage lang für nichts zu gebrauchen.
Zu naiv war ich diese ultimative Herausforderung angegangen.

Mittlerweile bin ich auch öfter alleine in den Alpen unterwegs; schöner ist es allerdings mit einer Gruppe Gleichgesinnter. Man hat Spaß - und man leidet - miteinander!


Vor dem Start zum Stilfser Joch. Mit auf dem Foto meine Mitstreiter Ronald (links) und
Heiko (rechts)

Im Übrigen hat sich das Radfahren auch als sehr guter Ausgleich zu meinem Beruf herauskristallisiert. Die Arbeit im Klassenzimmer (und das ganze Drumherum, was teilweile noch anstrengender ist) kann sehr nervenaufreibend sein. Da ist so eine nachmittägliche oder abendliche Runde auf dem Rad genau das Richtige zum Abschalten.

Was sich in den letzten Jahren aber nicht verändert hat, ist meine Grundeinstellung zum Radfahren: Nicht alles darf so tierisch ernst genommen werden. Zwar fahre ich seit 2010 auch Rennrad (seit 2016 ein schnittiges Cube Attain SL), welches ich auch für meine Pässetouren verwende. Zusätzlich besitze ich - vor allem zu Trainingszwecken im Frühjahr und Herbst - ein Focus-Trekking-Velo sowie ein Mountainbike von Trek. Und wenn eine schwere Tour ansteht, kann es am Abend in geselliger Runde schon mal später werden. Ein guter Wein oder Weizenbier (in Maßen genossen) ist eher - erlaubtes - Doping als schädlich.

Was man aber - ich wiederhole mich hier gerne - unbedingt braucht, um einen (Alpen-)Pass zu bezwingen, ist eine über das ganze Jahr verteilte gehörige Portion Selbstdisziplin und der unbedingte Wille, da auch wirklich raufzufahren.

Vielleicht kann ich mit meinen Eindrücken ja den einen oder anderen zu sowas animieren...

So, nun wünsche ich viel Spaß beim Schmökern in meinen Radsportseiten!

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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