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  Monte Grappa 22.10.2017 04:21 (UTC)
   
 

Monte Grappa (1745 m)


Fast schon zur Tradition geworden, stand auch in diesem Jahr der Monte Grappa als ultimativer Formtest auf dem Programm meines Adria-Pfingsturlaubs. Nachdem ich in den vergangenen Jahren teilweise abenteuerliche, mit ultrasteilen Rampen versehene Anstiege gewählt hatte, stand heuer die vermeintlich einfachste Auffahrt auf dem Programm - der Monte-Grappa-Seniorenteller sozusagen. Aber die Hauptstraße hoch zu dem 1775 m hohen Brocken wartet immer noch mit eindrucksvollen Daten auf: 1600 Höhenmeter auf 27 km sind schon fast Stilfser-Joch-Dimensionen. Und für alle Tour-de-France-Fetischisten: Alpe d'Huez ist gegen alle Auffahrten hoch zum Monte Grappa ein Klacks.
Wegen schlechter Erfahrungen, was das Wetter betrifft, brach ich dieses Mal bedeutend früher von meinem Ferienort Lignano auf. Das Verkehrschaos war wie jedes Jahr das gleiche (unausgeglichene Menschen sollten sich das nicht antun!), aber die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel, was den Blick auf die weiße Kapuze des Monte Grappa schon von weitem ermöglichte.


Blick auf den Monte Grappa (mit Wölkchen darüber). Weiter rechts sind die
Cima della Mandria und der Monte Palon zu erkennen, deren Horror-
auffahrten mir in den Vorjahren meine Grenzen aufgezeigt hatten.

 
Die Vorfreude, aber auch der Respekt wuchs. Aber - ich war ja schon zweimal oben, also kann es so schlimm ja nicht sein.
Vom traditionellen Parkplatz in Semonzo (dem Ausgangspunkt der schweren Serpentinenstrecke) rollte ich erstmal abwärts, nach Romano d'Ezzelino. Diesmal mit dem Rennrad, die Kette surrte, die Sonne schien, die innere Verfassung war toll. Dann rein in den Anstieg. "Cima Grappa km 27" stand auf einem Schild. Grandios - ich war auf 190 m Höhe, und wollte auf 1750 m rauf.
Den ersten seelischen Keulenschlag erhielt ich gleich vor der ersten Kehre: 10 % Steigung. Und obwohl die Zahlenangaben bei den Italienern in der Regel mit Vorsicht zu genießen sind, hier stimmte es allemal. In weit auseinandergezogenen Serpentinen zog sich die vorbildlich ausgebaute Straße hoch, die Steigung ließ auf den ersten Kilometern nie nach. Schnell kamen in mir Zweifel an meiner Form, und Rückenschmerzen trugen ihren Teil dazu bei, dass dies wohl nicht der Tag sei, hier hochzufahren. Ein junger Rennradler zog an mir vorüber. Gefühlt war er doppelt so schnell wie ich. Aber ich dachte mir: "Ich bin doppelt so alt" und ließ ihn ziehen.
Erstaunlicherweise fand ich dann doch meinen Rhythmus, vor allem nach einer kurzen Fotopause an einem Startplatz für Drachenflieger auf ca. 700 m Höhe. Von dort hatte ich auch einen tollen Ausblick nach unten.





 
Die Straße wurde dann auch ein wenig flacher, dann gab es gar eine kleine Abfahrt, was dem heftig schwitzenden Recken zumindest ein wenig Erholung brachte. Auch verlief nun der größte Teil der Strecke im Wald, was zwar unspektakulär, aber schattenspendend war und Platz für andere motivierende Gedanken ließ.
Eine zweite Pause gönnte ich mir in Camposolagna, wo sich ein phantastischer Blick hinab ins Brentatal bot. Über 800 Höhenmater hatte ich bereits geschafft, also lag die Hälfte bereits hinter mir (oder noch vor mir, je nachdem, wie man es sehen will).


 
Die letzten 10 km führen dann aus dem Wald hinaus in ein liebliches Almengebiet. Ich hatte das Glück, dass kaum Wind herrschte - ansonsten stelle ich es mir hier oben ziemlich rauh vor. Auch die Steigungsprozente nahmen wieder zu, aber Rampen bis 12 % waren zum Glück nur kurz. Außerdem war der Gipfel des Monte Grappa bereits von weitem zu erkennen, was in meinem Fall zusätzliche Kräfte frei machte (manch anderen, der aus dem letzten Loch pfeift, allerdings wohl der Verzweiflung nahe bringt).


Das Ziel rückt näher!
 
Oben herrschte - wohl wegen des schönen Wetters - Riesentrubel. Busse und Motorräder en Masse, nicht schön. Kinder tobten herum, andere spielten mit ihren IPhones (fanden aber leider kein Netz, so wie ich auch) - fast makaber anhand der 23000 Toten, die hier oben begraben liegen. Der Erste Weltkrieg lässt grüßen...


Geschafft! Zum driten Mal auf dem Monte Grappa.



Das Ossarium mit den Gebeinen von 23000 im Ersten Weltkrieg gefallenen
Soldaten


Blick von unten auf das Rifugio Bassano



Schützengraben aus dem Ersten Weltkrieg
 
Meinen ursprünglichen Plan, die Kammstrecke weiter nach Osten zu befahren, ließ ich fallen. Ich nahm wieder die tolle Serpentinenabfahrt (29 Kehren) hinunter nach Semonzo und kam somit direkt bei meinem Parkplatz heraus.


Blick auf die untersten Kehren der Strecke, die ich hochgestrampelt bin
 
Fazit: Im Gegensatz zu anderen Auffahrten hoch zum Monte Grappa ist die von Romano d'Ezzelino aus geradezu human. Zwar überlang, aber doch nie so richtig steil. Und verkehrsmäßig hielt es sich auch in Grenzen. Der Straßenbelag war im Jahr 2012 vorbildlich.

Höhenprofil

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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