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  Cima della Mandria - Monte Grappa 16.12.2017 05:14 (UTC)
   
 

Monte Grappa (1745 m)
über Cima della Mandria (1482 m)

Auch in diesem Jahr nutzte ich meinen Adriaurlaub für einen Formtest am Südrand der Alpen. Nachdem mich die Auffahrt zum Monte Grappa im Vorjahr so fasziniert hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diesen geschichtsträchtigen, exponiert liegenden Berg erneut unter die Räder nehmen würde.
Möglichkeiten dafür gibt es wahrlich genug. Denn neben den direkten Gipfelstraßen aus Semonzo, Romano d'Ezzelino und Seren del Grappa gibt es noch eine Reihe von teilweise abenteuerlichen, durchweg sehr steilen Sträßchen, die alle östlich von Semonzo beginnen und in eine gemeinsame Kammstraße münden, die entlang der Gipfel östlich des Monte Grappa verläuft. Diese Kammstraße ist zugleich ein einmaliges Freilichtmuseum über die Kämpfe zwischen Italienern und Österreichern während des Ersten Weltkriegs, wobei das Ossarium auf dem Monte Grappa mit seinen über 20000 begrabenen Soldaten das (traurige) Highlight darstellt.
Ich startete meine Runde wiederum in Semonzo, radelte allerdings erstmal gen Osten bis Crespano del Grappa, um dann bei dem kleinen Ort Fietta den insgesamt 22 km langen Anstieg zu beginnen. Dieser überwindet dabei auf den ersten 12 Kilometern fast 1200 Höhenmeter und ist vor allem in seinem oberen Teil derart steil, dass Vergleiche mit dem Monte Zoncolan durchaus angebracht sind. Die Straße ist übrigens auf keiner Karte eingezeichnet; ohne die Radsportseite quäldich.de wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir diese Auffahrt anzutun.



Giro-Fieber - vor ein paar Tagen auch in Crespano del Grappa



Der Abzweig nach Fietta - hier beginnt der Anstieg



Dunkle Wolken über dem Monte Grappa - ein schlechtes Omen?
 
Dabei beginnt es eher gemütlich. Bis in den Ort Fietta 2 Kilometer mit maximal 8 Prozent, meistens eher flacher, dann verweist mich ein verrostetes Schild auf 2 Orte, die ich niemals erreichen werde. Aber es ist der richtige Weg (offiziell ist diese Straße übrigens gesperrt). Auf fast nagelneuem Asphalt kurble ich weitere 5 Kilometer in weit auseinandergezogenen Serpentinen bei maximal 10 Prozent Steigung durch den Wald nach oben. Der Höhengewinn ist enorm (nur gibt es leider keine Aussicht), aber schnell werde ich damit konfrontiert, wie man noch schneller Höhenmeter machen kann: Der Abstand der Kehren verkürzt sich rapide, und die Steigung nimmt auf mindestens 15 Prozent zu. Die "Krönung" dieser ersten Horrorrampe ist dann ein ca. 300 m gerades Stück, das wohl an der 20-Prozent-Marke knabbert.


Die Steilheit kommt nicht rüber
 
Dann wirds wieder kurz "flacher", aber das dicke Ende kommt noch: Auf den restlichen 1,5 Kilometern überwindet diese Straße noch über 200 Höhenmeter. Eine lange Gerade leitet dieses Schlussfeuerwerk an Steigungsprozenten ein, und dort muss ich - wohl bei 20 Prozent Steigung - passen: Absteigen unvermeidlich. Also schieben bis zur nächsten Kehre, und von dort hochgequält bis zur Einmündung in  die Kammstraße. Zwar macht sich manchmal das Vorderrad selbstständig, aber ich gehe öfters aus dem Sattel und komme so unfallfrei hoch.
Die Kammstraße ist dann ein wirkliches Highlight; als Erstes erreiche ich die Cima della Mandria, einen Gipfel östlich des Monte Grappa, in ca. 1400 m Höhe. Ein Passschild gibt es nicht, dafür viel Nebel und einen in dunkle Wolken gehüllten Monte Grappa.



Trostlos: Die Passhöhe bei der Cima della Mandria



Hier gehts dann erstmal runter. Man beachte das Wetter!



Blick auf den Gipfel der Cima della Mandria
 
Also umkehren oder weiterfahren? Ich entschloss mich für das Letztere, und das war gut so. Erstmal verliere ich etliche Höhenmeter, fahre aber durch ein nicht enden wollendes Open-Air-Museum mit zahlreichen Schützengräben, -löchern und anderen gut erhaltenen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Zum Glück erholten sich meine Beine von dem knackigen Anstieg wieder, denn die Straße steigt dann wieder gemäßigt an, wobei die Faszination von Geschichtsdokumenten und der Natur viele Anstrengungen vergessen lässt.


Schützengraben



Schützenlöcher und exponiert gelegene Kammstraße



Faszinierender Blick nach unten



Kammstraße zum Monte Grappa



Noch ein Blick nach unten



Kaputt, aber glücklich: Auf dem Monte Grappa



Das Ossarium
 
Ungefähr 3 Kilometer vor dem Gipfel mündet die Straße dann in den Anstieg von Semonzo, den ich im Vorjahr beschrieben hatte. Jene Strecke nach Semonzo, die im Übrigen heuer vom Giro d'Italia besucht wurde, nutzte ich dann als Abfahrt. 29 Kehren, hervorragender Belag - toll!
Auf dem Gipfel des Monte Grappa schien übrigens die Sonne! Die vielgerühmte Aussicht bis nach Venedig blieb mir aber auch in diesem Jahr verwehrt - zu starker Dunst.



Cima della Mandria - in der Sonne!



Kehre im Anstieg von Semonzo. Fans von Gilberto Simoni feuerten ihr
Idol (vergebens) an

 
Fazit: Ein langer, sehr schwerer Anstieg mit zwischenzeitlicher Flachpassage, der vor allem in seinem oberen Teil auch vom Erlebniswert her alles bietet, was das Herz des Sport- und Naturfreundes begehrt. Der Belag ist fast durchgehend von guter bis sehr guter Qualität, und die Kammstraße auch nicht mehr für den Verkehr gesperrt. Diese insgesamt 50 Kilometer lange Runde mit fast 1800 Höhenmetern machte Lust auf mehr.

Höhenprofil

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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