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  Comer See 22.10.2017 04:24 (UTC)
   
 

Comer See

Der Comer See liegt im Norden Italiens, unweit der Grenze zur Schweiz. Neben dem Gardasee, dem Lago Maggiore und dem Lago do Lugano gehört er zu den großen oberitalienischen Seen, die weit in die Alpentäler hineinragen; ihre Steilufer sind für diese Seen charakteristisch. Anders als beim Gardasee, der nach Süden hin in die Poebene ausläuft, ist der Comer See fast komplett von Bergen umgeben. Untrügliches Merkmal ist seine Form eines umgedrehten Ypsilons.


Blick auf den See, vom Balkon meiner Ferienwohnung in Bellano:
Berge, wohin man schaut. Auf der Halbinsel im Vordergrund: Dervio
 
Anders als bei seinem bekannteren Bruder, dem Gardasee, geht es am Comer See touristisch eher beschaulich zu. Zwar herrscht in Bellagio, Menaggio und den größeren Städten Lecco und Como ebenfalls reges Treiben; dies ist aber nicht zu vergleichen mit Riva del Garda, Malcesine oder Bardolino. Im Gegenteil, man findet am Comer See Plätze, an denen man als Tourist absolut seine Ruhe hat; wer mal so richtig ausspannen möchte, dabei aber nicht auf eine Landschaft à la Gardasee verzichten will, der liegt hier richtig.
Bedingt durch die geografische Lage, findet man als Radfahrer am Comer See unzählige Auffahrten, die direkt in den Städtchen am See auf ca. 200 m Meereshöhe ihren Ausgangspunkt nehmen. Meist sind diese Straßen verkehrstechnisch fast ohne Bedeutung und schrauben sich in ungezählten Serpentinen nach oben. Dabei hat man immer einen tollen Panoramablick auf den See.
Von meinem Urlaubsort Bellano aus war es mir vergönnt, 3 Touren zu fahren. Es sollten die "goldenen" und letzten für mein altes Epple-Trekkingrad werden, welches nun sein Gnadenbrot im innerörtlichen Trebgaster Verkehr verdient. Leider war die erste schon nach knapp 2 Kilometern erstmal zu Ende: Speichenbruch. Doch ein sehr freundlicher Mechaniker, der das Rad noch am gleichen Tag reparierte (zu einem Preis, für den in Deutschland das Rad nichtmal in die Werkstatt geschoben würde), machte mit die Verwirklichung meiner Pläne möglich.

Busé - Val Sassina (1050 m)

Meine Eingewöhnungstour führte mich von meiner Ferienwohnung in Bellano hinein in den nördlichen Hang des Valsassina. Ich wollte eigentlich nur das reparierte Rad testen, und es kam dann doch eine 20 km lange Tour mit 700 Höhenmetern heraus.
Man erreicht diese Straße, indem man von Bellano Richtung Vendrogno (ausgeschildert) abbiegt. Sofort beginnt die Serpentinenstrecke - nach 2 km stößt man im Ortsteil Lezzeno auf die Kirche "Santuario di Lezzeno" - direkt gegenüber lag meine Ferienwohnung.


So sehen innerörtliche Straßen am Comer See oft aus!
 
Über weitere Vororte schlängelt sich die Straße nach oben und wird in ihrem Belag zusehends schlechter: Zahlreiche Schlaglöcher und Steine machen das Fahren nicht gerade zum Vergnügen. Dafür entschädigten mich tolle Blicke nach unten auf den See für meine Mühen.


Bellano von oben



Typische Serpentinenstrecke am Comer See
 
Und motorisierten Verkehr gabs so gut wie gar keinen mehr, vor allem, nachdem ich die Ortschaft Vendrogno passiert hatte. Die Vegetation hatte sich mittlerweile auch verändert: Säumten weiter unten noch Säulenzypressen oder Olivenbäume die Straße, fuhr ich nun in ein Waldgebiet, das eher mitteleuropäischen Flair hatte. Dies wurde vor allem nach der Ortschaft Inesio (auf 800 m Höhe) deutlich, wo die Straße einen scharfen Linksknick macht und nun steiler nach oben führte.
Kurz vor Sanico bog ich dann links ab, und bei dem Weiler Busé beendete ich meien Feierabendtour.
Die Abfahrt war wegen der vielen Schlaglöcher kein Vergnügen. Das nutzte ich zu mehreren Fotohalten.

Passo Agueglio (1163 m)

Ein echter Geheimtipp ist die Runde über den Passo Agueglio, der den Comer See mit dem Valsassina verbindet. Über weite Strecken angenehme Steigungsprozente, gute Straßenverhältnisse und einzigartige Panoramablicke machten diese Tour für mich und meinen Mitstreiter Ronald zu einer unvergesslichen Fahrt, die mit 40 Kilometern Länge und gut 1000 Höhenmetern auch sportlich ihren Wert besaß.
Den Passo Agueglio erreicht man von Varenna aus, indem man sich ab dem Ortskern in Richtung Esino Lario hält. Serpentinenreich und nicht sonderlich steil (ca. 6 %) gehts zunächst durch Varenna und Perledo nach oben.








Phantastischer Blick auf Varenna und die zurückgelegte Strecke
 
Mit jeder Kehre wird der Blick auf den See eindrucksvoller. Nach dem Ende der Ortschaften macht die Straße einen Schwenk Richtung Südosten in ein dicht bewaldetes Hochtal hinein. Dabei flacht sie zusehends ab, und nach 12 Kilometern erreichten wir Esino Lario, ein verträumtes Bergdorf. Die Straße weckte uns aber schnell wieder auf, denn von nun an gings erstmal steiler zus Sache. Nach mehreren kurz aufeinanderfolgenden Kehren machte sie einen Schwenk nach links und verlief sozusagen entgegengesetzt zur vorherigen Richtung, nur eben höher.


Weils oben kein Passschild gibt: Offen war er...
 
Die Passhöhe suchten wir vergebens, kein Passschild weit und breit. Dafür gabs dann eine Überraschung: Nachdem wir den See schon viele Kilometer nicht mehr zu Gesicht bekommen hatten, lag er nach einer Rechtskurve auf einmal wie auf dem Silbertablett vor uns, nur 1000 m tiefer. Eine Aussicht, die ihresgleichen sucht.





 
Bald folgte die Abfahrt hinunter nach Parlasco. Von dort nahmen wir eine Abkürzung, die uns auf direktem Weg zurück nach Bellano brachte.

Sommafiume - Valle Varrone (1100 m)

Vom Nachbarort Dervio aus unternahm ich meine letzte Tour Richtung Valle Varrone. Dieses Tal, in das sich der gleichnamige Fluss tief eingeschnitten hat, führt über 15 km bis nach Premana; von dort kann man in südlicher Richtung über Tarceno nach Bellano zurückradeln. Es gibt aber mehrere Seitensträßchen, die als Sackstraßen zu irgendwelchen Bergdörfern oder Schutzhütten führen. Eine solche, das Rifugio Bellano, hatte ich mir als Ziel herausgesucht.
Auf der Uferstraße und durch mehrere Tunnels, in denen der Großteil der Beleuchtung kaputt war (nicht ungefährlich!), fand ich den Weg von Bellano ins benachbarte Dervio. Am Ortseingang ist Valvarrone ausgeschildert.


 
Nach wenigen hundert Metern gings gleich nach oben. Die Straße ist bis zum ersten Ort Vestreno vorzüglich ausgebaut und in Top-Zustand. Serpentine auf Serpentine kurbelte ich nach oben - bis zu meinem Ziel in 1100 m Höhe sollten es 47 (!) sein. Dieses Kurvenfestival hatte aber zur Folge, dass die Steigung - bis auf wenige Ausnahmen weiter oben - nie über 6 bis 7 % hinausging und ich die komplette 14 km lange Strecke trotz der 900 Höhenmeter mit dem mittleren Blatt fahren konnte.
Konnte ich bis Vestreno immer wieder einen Blick auf den See werfen, so verschwand er später, weil die Straße immer weiter ins Tal hineinführte und dichter werdender Wald, der die mediterrane Vegetation von weiter unten abgelöst hatte, zusätzlich die Sicht versperrte (aber auch für Schatten sorgte).


Blick zurück auf Vestreno...


...und nach vorne ins Valle Varrone

Dann ein scharfer Abzweig links Richtung Sueglio, wo auch das Rifugio Bellano bereits ausgeschildert ist. Kehrenreich und nun auch etwas steiler zog sich sie Straße durch den Wald. In Sueglio folgte ich weiter der Beschilderung zum Rifugio. Das tat ich auch ca. 2 Kilometer weiter oben, mit dem Ergebnis, dass ich auf einmal vor dem Nichts stand. Die Straße war zu Ende, und nur ein steiniger Wanderpfad führte zum Rifugio. Diesen mit dem Rad zu bewältigen versuchte ich gar nicht erst.
Also zurück, der Beschilderung Richtung Sommafiume gefolgt. Die letzten 2 Kilometer sind fast komplett flach - aber der Wald verbaute jeden Blick nach unten. Vom Ort aus führt ein Fußweg zum Rifugio Bellano.


Mein letztes Ziel mit dem guten, alten Trekkingrad
war erreicht.

 
Dieses gönnte ich mir dann doch nicht mehr und fuhr die selbe Strecke wieder zurück. Dank des über weite Strecken guten Straßenbelags ließ ich es richtig laufen - mit der Folge, dass unten meine Hände vom vielen Bremsen in den Kehren schmerzten.
Landschaftlich gesehen war diese Tour also nichts Besonderes - von sportlichem Wert war sie mit über 40 Kilometern und 1000 Höhenmetern allemal.

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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