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  Enego 16.12.2017 05:20 (UTC)
   
 

Enego (750 m)


Enego ist eine der so genannten Sieben Gemeinden, einer Sprachinsel der Zimbern, die auf einer Hochebene westlich des Monte Grappa (von diesem durch das Brentatal getrennt) angesiedelt sind. Angeblich wurde diese Hochebene zu Beginn des 11. Jahrhunderts von bayerischen Bauern besiedelt. Bis heute hielt sich das Zimbrische, eine Sprachvariante des Deutschen, noch an wenigen Orten; es ist aber zu befürchten, dass auch dieses Sprachrifugium bald der Vergangenheit angehört.
Mich interessierte diese Hochebene allerdings weniger aus sprachwissenschaftlicher denn aus sportlicher Sicht. Der letzte Anstieg des 2017er Giro führte hier hinauf mit Zielort Asiago. Und genau diesen letzten Anstieg - von Valstagna hoch nach Foza - wollte ich zum Abschluss meines Italienaufenthaltes fahren. Daraus wurde nichts - stattdessen die ebenso schöne, aber deutlich einfachere Auffahrt nach Enego.



Tafel mit der Kartierung des Anstiegs nach Enego. Derartige Hinweise
findet der geneigte Radler (und auch Wanderer) in dieser Gegend häufig.
 
Ursprünglich war die Tour also anders geplant. Aber der Reihe nach. Ich fuhr mit dem Auto von Feltre aus ungefähr 30 Kilometer in westlicher Richtung nach Primolano (Vorsicht! Abolutes Straßenwirrwarr!!) und stellte mein Fahrzeug direkt am Beginn des Anstiegs nach Enego ab. Hier sollte die ursprünglich vorgesehene Runde zu Ende gehen. Ich wollte, vor dem Anstieg nach Foza, mich auf dem Brenta-Radweg 15 Kilometer lang einrollen und dann hochfahren.
Der Radweg ist toll und verläuft im Abschnitt Primolano-Valstagna hauptsächlich auf öffentlichen Straßen. Autos gabs trotzdem fast keine, weil parallel durch das Brentatal die vielbefahrene "Super-Valsugana" verläuft.


Schöner Verlauf durch das enge Brentatal


Das Auge hat einen Blick für solche baulichen
Zuckerstückchen

In Valstagna angekommen, machte ich mich voller Freude auf zum "Gipfelsturm" (in diesem Zusammenhang sicher übertrieben). Foza ist dort sehr gut ausgeschildert. Doch bald hieß es "Chiuso" - wegen Bauarbeiten. Der Anstieg mit den tollen Kehren erhielt einen neuen Belag.
Missgelaunt fuhr ich wieder nach Valstagna runter und auf dem Radweg zurück nach Primolano, zum Auto.
Mittlerweile war es Mittag, über 30 Grad heiß. Ich schwitzte schon beim Fahren auf dem nahezu ebenen Radweg. Doch weil ich schon mal da war, wollte ich zumindest die 10 Kilometer hoch nach Enego fahren. Ich sollte dies nicht bereuen.
Zunächst mal gings mit 8 % Steigung rein in den Wald. Und ich nehme es gleich vorweg: Das war schon das Schwerste. Im weiteren Verlauf pegelt sich das Ganze nämlich bei 4 bis 6 Prozent ein, sodass der in den letzten Tagen doch arg strapazierte erste Gang nicht gebraucht wurde. Insgesamt 16 nummerierte Serpentinen versüßten das ganze Unternehmen noch. Nur der Straßenbelag ist im unteren Abschnitt derart schlecht (viele "Flickstellen" mit Schlaglöchern), dass ich vor allzu rasanter Abfahrt eingehend warne.
Mit der Zeit gibt der Wald erste Blicke nach unten frei.


Straßengewirr in Primolano


Kehre im unteren Teil
Mit der Zeit fuhr ich immer mehr im Freien, was dann wegen des meist fehlenden Schattens und der hohen Temperaturen nur bedingt beglückend war. Aber schon bald (viel früher als vermutet) tauchte Enego mit seiner beeindruckenden Kirche im Blickfeld auf.


Erster Blick auf Enego
Trotz der scheinbaren Nähe waren es aber noch 5 Kilometer bis in den Ort. Diese gestalteten sich in radsporttechnischer Hinsicht als einfach (trotz mehr als 500 Kilometern in den vergangenen 8 Tagen in den Beinen), und so konnte ich immer wieder toille Ausblicke ins Brentatal und hinüber zum Massiv des Monte Grappa genießen, ohne selbst nur in die Nähe der Erschöpfung zu kommen.


Letzte Sepentine, Nummer 16
In Enego selber luden mehrere Cafés zum Verweilen ein; die Kirche und der Piazza sind sehenswert.


Enego: Blick hinunter ins Brentatal


Die beeindruckende Kirche von Enego
Prima war die Abfahrt, ich konnte es in den weiten Kehren und bei diesem mäßigen Gefälle schön rollen lassen. Nur weiter unten war wegen der massiven Belagschäden Vorsicht angesagt.
Fazit: Ein zwar recht einfacher, aber dennoch lohnender Anstieg, der auch gerne in die Hochebene verlängert werden kann. Dort gibt es noch massig z.T. abenteuerliche Strecken, die aber oft nur Mountainbiketauglich sind.
Für mich ein schöner, runder Ausklang meines Pfingsturlaubs!
 
 
 
  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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