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  Frankenwald - Fichtelgebirge 16.12.2017 05:20 (UTC)
   
 
 
Touren im Frankenwald und im Fichtelgebirge

Der Frankenwald ist ein Mittelgebirge im Norden Bayerns zwischen dem Thüringer Wald, dem Fichtelgebirge und dem Obermainland. Die Bezeichnung "Mittelgebirge" ist dabei eher schmeichelnd, ist sein höchster Berg doch der Döbraberg mit lediglich 794 Metern über NN.
Der Frankenwald ist hauptsächlich von Fichtenwäldern bewachsen; dies und die Tatsache, dass die Dächer vieler Häuser mit schwarzem Schiefer gedeckt sind, verleihen der Region einen rauen, wilden, manchmal sogar unheimlichen Charakter.
Aufgrund der geringen Höhe sollte man meinen, der Frankenwald berge keine Herausforderungen an den Radfahrer. Doch weit gefehlt. Zwar fehlt es fast völlig an längeren Anstiegen, doch abseits der Hauptverkehrsachsen findet man unzählige kleine Nebenstraßen mit nur wenig motorisiertem Verkehr, die in teils abenteuerlicher Verkehrsführung mit Gefällen (oder Steigungen, wie man will) jenseits der 15 % in die zahlreichen, tief eingeschnittenen Täler führen. Daher ist es kein Problem, mit einer geeigneten Tourenplanung viele Höhenmeter zusammenzubekommen und sich darüber hinaus in den Steigungen dicke Oberschenkel zu holen.
Wenn sich jemand nicht gleich eine ganz große Runde zutraut, kann er mit der Bahn bis Hof, Naila oder auch Kronach fahren und von dort starten. Diese Tatsache macht den Frankenwald auch für weniger trainierte Hobbyradler zu einer interessanten Gegend.

Das Fichtelgebirge liegt südöstlich des Frankenwalds. Es bildet dabei einen markant hufeisenförmigen Gebirgsstock, dessen höchste Erhebungen der Schneeberg (1053 m), der Ochsenkopf (1024 m), die Kösseine (938 m) und der Große Waldstein (877 m) sind.
Durch das Gebirge verläuft die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Am deutlichsten zu erkennen ist dies an den vier Flüssen (Main, Naab, Eger, Saale), die in vier unterschiedliche Himmelsrichtungen abfließen.
Das Gebirge ist stark bewaldet (Fichten- und Buchenwälder herrschen vor); dies ist umso bemerkenswerter, da in den 80er Jahren wegen der hohen Luftverschmutzung die Wälder großflächig - vor allem in Höhen über 800 m - abstarben. Durch Wiederaufforstung und nicht zuletzt die sauberere Luft konnte dieses ökologische Desaster aber gerade noch abgewendet werden.
Der Radfahrer findet im Fichtelgebirge lohnende, gut ausgebaute Straßen auch ohne großes Verkehrsaufkommen vor. Im Gegensatz zum Frankenwald mit seinen oft steilen, aber kurzen Anstiegen geht es im Fichtelgebirge in der Regel gemächlicher, dafür aber umso länger bergauf.
Für den Hobbyradler bieten Radwege (meist auf früheren Eisenbahnstrecken) beste Ausflugsmöglichkeiten. Hervorzuheben ist hier vor allem der Radweg Bad Berneck-Bischofsgrün.
Ich selbst bin - vor allem wenn es auf die Alpentouren zugeht - oft mit dem Rad in diesem Gebiet unterwegs. Die genannten Touren sind dabei nur ein Auszug und werden ständig ergänzt.


Waldstein - Schneeberg
Auf den Schneeberg
Zu den höchsten Fichtelgebirgsgipfeln
Maintal-Runde
 
Waldstein - Schneeberg

Was ich (als ich noch in Münchberg als Lehrer arbeitete) in der wärmeren Jahreszeit sehr gerne machte, war, das Fahrrad mit in die Schule zu nehmen. Früh mit dem Zug nach Münchberg, mittags mit dem Rad zurück nach Hause. Ist gesund, umweltfreundlich und spart Sprit!
Die einfache Entfernung Münchberg-Trebgast beträgt nur 26 km und ein Großteil der Strecke führt bergab (macht aber auch Spaß). Daher baute ich für die Rückfahrt ab und zu mal einen Abstecher ins Fichtelgebirge ein, auf dem mit dem Waldstein und dem Schneeberg zwei Anstiege bis auf 800 Meter zu bezwingen sind.
Leider (zumindest in dieser Hinsicht) sind diese Zeiten nun vorbei, da ich seit dem Schuljahr 2009/10 nicht mehr in Poppenreuth beschäftigt bin.
Von der Schule in Poppenreuth gings zunächst durch Münchberg und weiter auf relativ ebener Strecke bis zum Städtchen Sparneck. Hier beginnt der Anstieg zum Waldstein; auf 5 Kilometern überwand ich gut 300 Höhenmeter, was einer Durchschnittsteigung von 6 % entspricht. Daher ist er, im Gegensatz zur wesentlich steileren Ostseite, auch nicht sonderlich schwer zu fahren.
Die Abfahrt ist, wie gerade erwähnt, rasant, aber kurz. Es geht weiter durch Weißenstadt, beim See (beliebter Ort für Surfer und Inlinerfahrer) bog ich links ab. Der Schneeberg lag vor mir. Früher war auf seinem Gipfel eine Radarstation der Bundeswehr untergebracht, heute ist er ein beliebtes Ziel für Mountainbiker (befestigte Straße bis oben auf 1053 Meter). Ich begnügte mich mit der Straße, die nach Bischofsgrün (Wintersportort) führt und mit 798 Metern ihren Scheitelpunkt hat. Sie beginnt steil, wird aber schnell flacher, um auf den letzten 2 Kilometern nochmal richtig anzusteigen. Oben folgt dann ein Flachstück, ehe die 2 Kilometer lange Abfahrt bis zur Höhenklinik ansteht.
Von dort musste ich leider ein Stück auf der vielbefahrenen B 303 zurücklegen. Vor kurzem befand sich hier noch eine Riesenbaustelle; es ging bergab, sodass ich schnell die Glasermühle erreichte. Theoretisch hätte ich jetzt noch mit dem Ochsenkopf den dritten Anstieg folgen lassen können (beschreibe ich innerhalb einer anderen Ausfahrt), doch ich gönnte mir lieber die 12 Kilometer lange, schwache Gefällstrecke auf dem Radweg nach Bad Berneck, die ich in (für meine Verhältnisse) hohem Tempo zurücklegte. Auch dieser Weg war früher eine Bahnstrecke und führt im hier engen Tal des Weißen Mains ausnahmslos durch den Wald. Eine wunderschöne Strecke für einen Rad-Familienausflug.
Ab Bad Berneck (früher blühende Kurstadt, heute ein Schatten seiner selbst) fuhr ich auf flachem Terrain über Himmelkron nach Trebgast.

Länge: 52 km
Höhenprofil
Streckenverlauf: Münchberg-Sparneck-Waldstein-Weißenstadt-Bischofsgrün-Bad Berneck-Lanzendorf-Himmelkron-Trebgast
Bewertung: Recht anspruchsvolle Tour, für den Untrainierten nicht zu empfehlen.
Alternativen: Von Weißenstadt aus Richtung Gefrees weiterfahren (Schneeberg wird ausgelassen) und von dort nach Bad Berneck.
Für reine Hobbyfahrer: Der Radweg von Bad Berneck nach Bischofsgrün ist wunderschön!


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Auf den Schneeberg

Der Schneeberg bildet mit 1051 Metern die höchste Erhebung des Fichtelgebirges. Seine Gipfelregion war bis 1990 militärisches Sperrgebiet und der Turm mit der Radarstation das Wahrzeichen des Berges. Dieser Tatsache verdankt der Schneeberg eine Besonderheit: Eine asphaltierte, gut ausgebaute Straße führt bis zum Gipfel, und somit bleibt es nicht nur Mountainbikern vorbehalten, sich dort hinauf zu quälen.
Ich hatte das Vergnügen an einem schönen Spätsommertag. Von Trebgast aus hieß es, 800 Höhenmeter zu meistern, den Großteil davon auf den letzten 7 Kilometern. Zuerst ging es aber weitgehend flach über Himmelkron und Lanzendorf (fürchterliches Gewerbegebiet!) nach Bad Berneck. Dort wechselte ich auf den Weißmain-Radweg, der mich bis zum alten Bahnhof Bischofsgrün bei der Glasermühle führte. Dieser über 10 Kilometer lange Radweg (die frühere Bahnstrecke) führt ständig leicht bergauf, ist voll asphaltiert, verläuft fast komplett im Wald und lässt sich hervorragend befahren.
Nach einem kurzen Stück auf der viel befahrenen B 303 bog ich rechts nach Bischofsgrün ab. Auf ca. 1 Kilometer steigt die Strecke hier erstmals richtig an; leider verlor ich die meisten der eben erstrampelten Höhenmeter durch eine Abfahrt am Ende des Luftkurortes wieder.
Hier zeigte sich auch erstmals mein Ziel: Der 1051 Meter hohe Schneeberg.


Der Schneeberg mit seinem unverwechselbaren Wahrzeichen: Der
ausgedienten Radarstation.

 
Ich stand also nun vor der Aufgabe, auf den verbleibenden 5 Kilometern gute 450 Höhenmeter zu meistern. Anfangs war die Steigung noch erträglich: Vorbei am Hotel Kaiseralm, über die B 303 (eine einstmals gefährliche Kreuzung wurde hier komplett entschärft und durch eine Überführung ersetzt) erreichte ich schnell die Höhenklinik. Kurz dahinter bog ich dann ab auf die eigentliche Gipfelstraße. Diese hat auf 3,5 Kilometern Länge fast durchwegs eine Steigung von über 10 Prozent; besonders unangenehm bleibt mit ein Stück im Mittelteil in Erinnerung: kerzengerade, mindestens 15 % Steigung. Doch auch das hatte ich irgendwann geschafft, dann wurde es wieder etwas "flacher", und ich erreichte durchgeschwitzt den Gipfel. Vom Aussichtsturm ("Backöfele"), der einen zugegebenermaßen nicht sehr vertrauensvollen Eindruck vermittelt, bot sich ein phantastischer Ausblick Richtung Frankenwald, Steinwald und sogar zum Erzgebirge.








 
Bei der Abfahrt musste ich aufpassen, verleiten doch die langen Geraden zu hohen Geschwindigkeiten. Wieder auf der Schneebergstraße (Verbindungsstraße Bischofsgrün-Weißenstadt) angekommen, war nochmals Treten angesagt, denn bis zu deren Scheitelpunkt in knapp 800 Metern Höhe ging es erneut kurz bergauf.

Auf der zweigeteilten Abfahrt hinunter nach Weißenhaid konnte ich es dann nicht so richtig laufen lassen, war die Straße doch in einem recht holprigen Zustand. Auch die nächsten Kilometer der Rückfahrt bis nach Gefrees und dann weiter zur Autobahn auf der viel befahrenen Staatsstraße machten nicht wirklich Spaß. Danach nahm der Verkehr aber rapide ab. In Marktschorgast "gönnte" ich mir noch den berüchtigten Schießberg mit seinen 19 Prozent Steigung, und das mit dem mittleren Kettenblatt. Im Frühjahr wäre ich da wahrscheinlich vom Rad gefallen.



Über diesen kleinen Hügel muss er kommen...Der "Schießberg" in
Marktschorgast als die letzte ultimative Herausforderung

 
Vom Windrad Sessenreuth dann noch ein kurzer Blick zurück auf mein Tagesziel.

Danach ging es nur noch bergab, teilweise mit 17 Prozent. Schnell war mein Heimatort Trebgast dann erreicht.

Länge: 68 km
Höhenprofil
Streckenverlauf: Trebgast-Himmelkron-Lanzendorf-Bad Berneck-Glasermühle-Bischofsgrün-Schneeberg-Weißenhaid-Voitsumra-Kornbach-Gefrees-Marktschorgast-Wirsberg-Neuenmarkt-Trebgast
Bewertung: Sehr anspruchsvolle Tour; der Schneeberganstieg ist ohne ausreichend Trainingskilometer kaum zu schaffen (Schieben ist aber erlaubt; viele tun das!). 
Alternativen: Auch ohne die Fahrt zum Schneeberggipfel hat es diese Tour durchaus in sich, verlöre dadurch aber viel an Reiz. Wenn man sich den Schießberg in Marktschorgast ersparen will, kann man von dort aus unterhalb der "Schiefen Ebene" nach Himmelkron zurückradeln (Vorsicht! Schotterstrecke); alternativ kann von der Rückweg von Gefrees aus über Bad Berneck gewählt werden (relativ wenig befahrene, kurvige Bundesstraße).

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Zu den höchsten Gipfeln des Fichtelgebirges

Diese anspruchsvolle Rundtour führte mich vom Maintal aus nacheinander zum Ochsenkopf, Schneeberg und Waldstein. Die Kösseine als dritthöchte Erhebung des Fichtelgebirges ist mit dem Rad nicht zu erreichen.
Start war wie immer in Trebgast(330 m über dem Meer), und die ersten 25 Kilometer über Bindlach bis nach Weidenberg verliefen fast vollkommen eben, leider auch auf vielbefahrenen Straßen (nur zwischen Trebgast und Harsdorf gibt es einen geteerten Radweg). In Weidenberg beginnt der Anstieg hinauf nach Fichtelberg, dem ersten Hochpunkt der Runde (760 m ü.d.M.). Sanft steigt die hervorragend ausgebaute, im romantischen Tal der Steinach liegende Strecke zunächst bis nach Warmensteinach an. Dann wurde es steiler, aber doch nie so richtig schwierig. Kurz vor Fichtelberg bog ich Richtung Neubau ab, wo ich am Langlauf-Mekka "Bleamlalm" vorbeikam (hier sieht man mich im Winter auch öfter, allerdings dann nicht mit dem Rad...). Leider folgte der kurzen Abfahrt hinunter in den Ort ein mühseliger, aber zum Glück kurzer Anstieg in den Wald. Auf flachem Terrain gings Richtung B 303, auf der ich dann einige Kilometer bis zur Kreuzung Bischofsgrün zurücklegen musste. Dieser Teil der B 303 ist völlig neu ausgebaut; an Werktagen machen einem hier vor allem LKWs zu schaffen (Vorsicht!).
An der Ausfahrt begann sofort der zweite und einfachste Anstieg des Tages Richtung Schneeberg (Scheitelpunkt 800 m ü.d.M.). Da ich die Stichstraße zum Gipfel dieses Mal nicht in Angriff nehmen wollte, waren es nur knapp 3 Kilometer bis oben. Die Abfahrt ist nicht eben ein Genuss (viele Unebenheiten) und endet in Weißenhaid, wo ich auf relativ flachem Terrain nach Weißenstadt (schöner Badesee mit geteerter Inliner-Runde) weiterfuhr.
Wenn man sich nicht unbedingt für alte Keller interessiert (davon gibts viele!), ist Weißenstadt nicht groß der Rede wert. Eher der dann folgende schwerste Anstieg. Zum Glück nur 2 Kilometer lang, aber die 15 % erreichend, ist die Ostflanke der Waldsteinstraße ein ziemlicher Brocken (vor allem, wenn man schon 55 Kilometer in den Beinen hat). Von oben (785 m ü.d.M.) führt auch eine asphaltierte Straße zum Gipfelwirtshaus, aber auch diese ließ ich aus. Auffällig sind am Waldstein die gravierenden Schäden (Kahlschlagflächen), welche der Sturm "Kyrill" sowie der Borkenkäfer hinterlassen haben.
Von dort oben hätte ich es ruhig ausrollen lassen können - über Zell, Gefrees und Bad Berneck hätte keine nennenswerte Steigung mehr besondere Anstrengungen gefordert. Ich zog es aber vor, von Gefrees aus über Marktschorgast zu fahren, wo das Höhenprofil noch zwei schöne Zacken aufweist. Den fast 20 % steilen Schießberg in Marktschorgast meisterte ich mit dem mittleren Blatt, was mir (erstmals seit Jahren) wieder einen Krampf bescherte.
Insgesamt erwies sich diese Runde als sehr guter Formtest für Alpentouren, vor allem wenn man sie auf Tempo fährt. Die statistischen Daten unten sagen eigentlich alles. Landschaftlich bietet sie eigentlich alles, was das Fichtelgebirge so attraktiv macht.


Länge: 95 km, ca. 1300 Hm
Höhenprofil
Streckenverlauf: Trebgast-Bindlach-Allersdorf-Untersteinach-Weidenberg-Warmensteinach-Neubau-B 303-Weißenstadt-Gefrees-Marktschorgast-Wirsberg-Neuenmarkt-Trebgast
Bewertung: Schwere Tour, die nur gut Trainierte "am Stück" schaffen. Der Waldsteinanstieg gehört schon zur "feineren" Sorte. Wie schon oben erwähnt, sehr gute Strecke zum Testen der Form, bevor es in die Alpen geht.
Alternativen: Von Weißenstadt aus direkt nach Gefrees fahren, da bleibt einem der Waldstein erspart. Von Gefrees aus kann man statt über Marktschorgast auch über Bad Berneck wieder ins Maintal zurückfahren (fast nur Gefälle, daher deutlich angenehmer).


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Maintal-Runde

Eine meiner beliebtesten Strecken ist die Runde durch die Täler des Weißen und des Roten Mains. Vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen (und die Form...) das Fahren von größeren Anstiegen noch nicht bzw. nicht mehr zulassen, bietet sich diese Strecke für eine Ausfahrt an. Man kann sie in zahllosen Varianten fahren, von knapp über 30 bis zu 70 Kilometern ist alles drin. Und sie ist landschaftlich von großem Reiz, gleich, in welcher Jahreszeit man sie in Angriff nimmt.
Ich möchte hier die lange Version vorstellen. Beginnend in Trebgast, folge ich dem Tal des Weißen Mains Richtung Westen auf der relativ wenig befahrenen Straße Richtung Kauerndorf. Dort wechsle ich auf den Main-Radweg, der von Wirsberg kommt und über Kulmbach weiter über Lichtenfels / Bamberg / Würzburg verläuft. So weit möchte ich nun aber auch nicht fahren; in Kulmbach verlasse ich im Bereich der alten Mönchshof-Brauerei den Radweg, muss ein wenig durch die Außenbezirke der Stadt (für Rennradler: Achtung! Die Straßenverhältnisse im Stadtteil Blaich sind katastrophal) und treffe in Melkendorf auf den Radweg Richtung Thurnau / Bayreuth (hier: Zusammenfluss Weißer / Roter Main), den ich - auf leicht ansteigender Trasse, meist durch den Wald - bis zum Ort Krumme Fohre benütze. Von dort aus fahre ich Richtung Thurnau weiter, biege aber in Döllnitz links ab und komme über Hutschdorf ins Tal des Roten Mains, dem ich nun bis nach Bayreuth folgen werde. Auf wenig befahrener Straße begegne ich vielen Radlern, die diesen brettlebenen Kurs offensichtlich gern zum Trainieren benützen. Aber auch viele ältere Personen sind - im gemütlichen Tempo - unterwegs.
In Altdrossenfeld wechsle ich die Mainseite (uralte Brücke!) und fahre über Dreschenau / Altenplos / Heinersreuth (nur Nebenstraßen und Radwege) nach Bayreuth. Auch wenn ich nicht direkt ins Stadtzentrum gelange - der Verkehr nervt hier immer. Am Industriegebiet Bayreuth-Nord vorbei gehts auf einem Radweg nach Bindlach / Gemein, und von dort über Ramsenthal / Harsdorf im Trebgasttal zurück zum Startort.
Auch wenn es aufgrund des flachen Profils verlockend erscheint, eignet sich diese Strecke nicht, um einen neuen persönlichen Rekord in der Durchschnittsgeschwindigkeit aufzustellen; dazu halten die beiden Stadtdurchquerungen zu sehr auf. Was sich allerdings anbietet: Sie (oder einen Teil davon) auch mal einfach aus Spaß an der Freud mit der Familie oder mit Freunden im Rahmen eines Sonntagsausflugs runterzurollen. Zahlreiche Biergärten in den Ortschaften oder auch Straßencafés in Kulmbach und Bayreuth laden zum Verweilen ein. Und landschaftlich ist dieser Rundkurs - wie bereits oben erwähnt - ohnehin ein Genuss.

Streckenverlauf: Trebgast-Ködnitz-Kauerndorf-Kulmbach-Melkendorf-Katschenreuth-Krumme Fohre-Döllnitz-Hutschdorf-Langenstadt-Unterobsang-Altdrossenfeld-Dreschenau-Altenplos-Heinrersreuth-Bayreuth-Bindlach-Gemein-Ramsenthal-Harsdorf-Trebgast
Streckenlänge: 66 km
Qualität: Fast ausschließlich flach, nur ganz kurze Anstiege. Für jedermann zu schaffen.
Alternativen: Da Trebgast innerhalb dieser Runde zentral liegt, kann man eigentlich überall ein- bzw. aussteigen. Wer Stadtdurchquerungen mit dem Rad nicht mag, kann Kulmbach und Bayreuth sehr leicht auslassen. Er fährt dann von Trebgast über Lindau / Leuchau / Forstlahm ins Rotmaintal. Kurz vor Bayreuth (in Heinersreuth) biegt er Richtung Cottenbach ab und fährt über Theta nach Ramsenthal, wo er auf die oben beschriebene Strecke trifft. Und wenn nichts mehr geht: Von Kulmbach und Bayreuth aus besteht eine hervorragende Zugverbindung nach Trebgast.

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Rund um Bayreuth

Mein erster richtiger Formtest besteht seit Jahren darin, eine Tour von Trebgast (jetzt: Neuenmarkt, aber das sind insgesamt nur ca. 10 km mehr) aus rund um Bayreuth zu fahren. Dabei kommen stets gut 90 Kilometer zusammen, und das ist ja für Mitte April recht ordentlich. Was aber viel schwerer wiegt, ist der hügelige Kurs mit zwei Anstiegen, von denen einer mit Höchststeigungen von 20 % wirklich in die Beine geht.
Die Anfangskilometer sind Routine: Wie x Male geht es von Neuenmarkt über Himmelkron nach Bad Berneck. Nach einem kurzen Intermezzo auf der Bundesstraße 2 bis Neudorf erreiche ich auf gut ausgebauten Flurbereinigungswegen, die aber leider frei liegen und daher sehr windanfällig sind, schließlich Goldkronach, wo der erste Anstieg des Tages beginnt. Auf 2 Kilometern überwinde ich gut 150 Höhenmeter, die ich auf einer rasenden Abfahrt hinunter nach Untersteinach schnell wieder verliere. Nach einem kurzen Stück auf der vielbefahrenen Staatsstraße Bayreuth-Weidenberg biege ich Richtung Döhlau links ab, kreuze die Bahnlinie und erreiche schließlich im Ortskern den tiefsten Punkt meiner Runde. Den folgenden Anstieg auf einer schmalen Teerstraße hinauf nach Ützdorf kann man getrost als überschwer bezeichnen: Mit dem kleinsten Gang, das Vorderrad im Sitzen kaum mehr kontrollierend, quäle ich mich einen guten Kilometer hoch. Die Höchststeigung beträgt hier mindestens 20 Prozent. Zum Glück "flacht" die Straße, die dann zunehmend schlechter wird, dann etwas ab, aber als ich dann oben bin, brennen meine Oberschenkel ganz schön. Es gibt übrigens eine weitere, deutlich "harmlosere" Möglichkeit, nach Ützdorf hochzukommen (über Görau) - dier Höhenmeter bleiben aber die gleichen...
Hinter Ützdorf muss ich dann nochmal einige Höhenmeter überwinden, um dann - wieder auf gut ausgebauter Straße - in rasender Abfahrt (18 %) über Seulbitz, vorbei an der bekannten Lohengrin-Therme, die Stadt Bayreuth zu erreichen (Eremitage: unbedingt anschauen!). Nun wird es erstmal flach, ich streife das südliche Bayreuther Stadtgebiet (Oberkonnersreuth, Fürsetz, Glocke, Altstadt, Meyernberg) und gelange auf einem Radweg bis nach Mistelbach. Von dort aus gehts fast nur noch Richtung Norden - sehr zu meinem Verdruss, denn ich hatte nur noch kalten Gegenwind, trotz gegenteiliger Wettervorhersage. Dies sind dann die Momente, wo man die Herren Meteorologen verflucht, denn offensichtlich hatte ich mir streckenmäßig unter diesen Bedingungen etwas viel vorgenommen. Zum Glück gibt es auf diesem Streckenabschnitt - ein Stück gehört zu meiner beliebten "Maintal-Runde" - kaum mehr nennenswerte Steigungen, sodass ich zwar kaputt, aber letztendlich sehr zufrieden wieder in Trebgast ankam.


Streckenverlauf: Trebgast-Himmelkron-Lanzendorf-Goldkronach-Nemmersdorf-Untersteinach-Döhlau-Ützdorf-Seulbitz-Bayreuth-Mistelbach-Mistelgau-Eckersdorf-Heinersreuth-Altenplos-Neudrossenfeld-Waldau-Trebgast
Streckenlänge: 78 km
Höhenprofil
Qualität: Vor allem die erste Hälfte ist recht anspruchsvoll, der Anstieg hinauf nach Ützdorf superschwer. Die Rückfahrt ab Bayreuth ist fast ausschließlich flach und ohne Gegenwind kein Problem.
Alternativen: Man lässt Döhlau links liegen und fährt wenige Kilometer weiter durch Laineck-BT St. Johannis. Dann ist die Tour nicht nur einige Kilometer kürzer, sondern auch deutlich einfacher.



Frankenwalddurchquerung nach Bad Lobenstein

Da es im Jahr 2012 erneut keine Alpen-Radwoche mit meinen Freunden gab, entschloss ich mich, mit Ronald eine zweitägige Frankenwaldrundtour zu unternehmen. Ziel sollte das thüringische Bad Lobenstein sein. Insgesamt hatten wir uns einiges vorgenommen: 160 km mit über 2500 Höhenmetern (die meisten davon am ersten Tag) sind ja nicht ganz ohne.
Petrus meinte es gut mit uns, und wir zogen am Samstagvormittag bei sommerlichen Temperaturen, Sonnenschein und Südwestwind (das bedeutete: Rückenwind auf dem Großteil der Strecke) los. Nach einem 16 km langen Einrollen bis nach Stadtsteinach stand der erste 7 km lange Anstieg hoch nach Schwand auf dem Programm. Kein größeres Problem, wir waren schnurstracks oben und hatten einen schönen Rundblick, auch auf das, was noch vor uns liegen sollte.


Blick von Schwand nach Norden Richtung Frankenwald
 
Auch manche Verkehrsschilder zeigten uns, dass wir nun im Frankenwald angekommen waren, wobei wir diese Passage glücklicherweise bergab meistern durften: hinunter nach Wartenfels.


Zum Glück gehts hier bergab...
 
Von dort aus ging es sofort wieder berghoch. Um unser nächstes Ziel, Wallenfels, zu erreichen, mussten wir auf weniger als 4 km 200 Höhenmeter überwinden - die meisten davon am Schluss. Der Lohn dafür war eine tolle Abfahrt auf einer typischen Frankenwaldstraße: dunkel, hohe Fichten wohin man schaut, steil, leider auch schlechter Straßenbelag.
In Wallenfels zeugten viele holzverarbeitende Betriebe von der Bedeutung des Waldes für die heimische Wirtschaft. Außerdem ist die Stadt für ihre Floßfahrten auf der Wilden Rodach bekannt.
Nach einem kurzen Intermezzo auf flacher Straße nahmen wir den nächsten Anstieg hoch nach Schlegelshaid in Angriff. Nicht sonderlich schwer, aber mit toller Abfahrt runter Richtung Steinwiesen, wo es einen Radweg (!) gab, auf dem wir einige Kilometer dahinrollten, bevor der längste und schwerste Berg vor uns lag: Hoch nach Nordhalben und weiter nach Rodacherbrunn.
Dabei passierten wir die Ködeltalsperre (Trinkwasserspeicher) und mussten dann einen ca. 2 km langen geschotterten Weg hochstrampeln, der streckenweise 15 % steil war. Unser Vorhaben, in Nordhalben einen Kaffee zu trinken, mussten wir mangels Möglichkeiten streichen.


Die Ködeltalsperre - Oberfrankens größter Trinkwasserspeicher
 
Kurz vor Rodacherbrunn passierten wir die Grenze zu Thüringen und dami den früheren Todesstreifen. Dies war auch der höchste Punkt (700 m), und nach einem Schlenker über Wurzbach und Eliasbrunn landeten wir schließlich in Bad Lobenstein.



Weit weg ists, das Fichtelgebirge!



Bunt bemalter Turm in Wurzbach
 
Dort war - um es mal vorsichtig auszudrücken - nicht sehr viel los, aber wir fanden einen Italiener, der neben Weizenbier und Pizza auch Fußball-EM-Liveübertragung zu bieten hatte. Urig war aber unsere Unterlunft "Pension Nr. 1".


Dort muss man mal gewesen sein: Die urige Pension Nr. 1
in Bad Lobenstein




Bahnhofsuhr... Nostalgie lässt grüßen
 

Burg



Vor dem Start am Sonntag im Hinterhof der Pension

Am Sonntag war das Wetter schlechter, nachdem in der Nacht Gewitter niedergegangen waren. Doch ein Zwölfprozenter kurz vor Harra brachte unsere Muskeln auf Betriebstemperatur. Wir durchradelten Blankenstein (Papierfabrik!), Blankenberg, Rudolphstein und kreuzten die A9.



Brückenrasthaus "Frankenwald"

Von dort aus war die Runde weniger spektakulär. Lediglich einige "Verfahrer" aufgrund meiner etwas veralteten Karte bescherten uns zusätzliche Kilometer.
Über Selbitz und Helmbrechts erreichten wir schließlich nach längerer Abfahrt wieder die Niederungen des Maintals. Im Biergarten "Schlömener Tränke" belohnten wir uns für die Anstrengungen.


170 Kilometer!



Lohn für die Anstrengungen


Streckenverlauf 1. Tag: Trebgast-Kauerndorf-Untersteinach-Stadtsteinach-Schwand-Wartenfels-Wallenfeld-Wellesbach-Neuengrün-Schlegelshaid-Schwärzmühle-Ködeltalsperre-Nordhalben-Rodacherbrunn-Wurzbach-Eliasbrunn-Bad Lobenstein
Streckenverlauf 2. Tag: Bad Lobenstein-Harra-Blankenstein-Blankenberg-Pottiga-Rudolphstein-Untertiefengrün-Gottsmannsgrün-Schlegel-Sellanger-Leupoldsgrün-Almbranz-Helmbrechts-Hohenberg-Untersteinach-Ludwigschorgast-Wirsberg-Schlömen
Streckenlänge gesamt: 170 km (87 km / 83 km)

Höhenprofil 1. Tag
Höhenprofil 2. Tag
Qualität: Der erste Tag ist mit fast 1500 Höhenmetern sehr anspruchsvoll; die Strecke des zweiten Tages kann schon aufgrund der langen Abfahrt zurück ins Maintal alleine nicht bewertet werden. Insgesamt aber eine Zweitagestour, die gut Trainierte ohne Probleme schaffen.

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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