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  Monte Bondone (2006) 16.12.2017 05:19 (UTC)
   
 

Monte Bondone (1650 m)

Der Monte Bondone gehört eigentlich gar nicht hierher, da er nicht am Gardasee, sondern südwestlich von Trient liegt. Da ich ihn aber im Rahmen eines Gardaseeurlaubs befuhr, packe ich ihn an dieser Stelle mit rein.
Der Bondone ist keine einzelner Berg, sondern ein Höhenzug, der bis in über 2100 m Höhe reicht. Schon oft war der Giro d'Italia hier zu Besuch, meist mit einer Bergankunft. Zur Berühmtheit gelangte der Berg 1956, als der Luxemburger Charly Gaul im Schneesturm alles in Grund und Boden fuhr und so den Grundstein für den Giro-Sieg legte.
Zuletzt war die Italien-Rundfahrt im Jahr 2006 hier zu Gast, was für mich der Auslöser war, diesen Schlussanstieg im Rahmen meines Urlaubs mal selber zu fahren. Ich war bis dato ja schon einiges gewöhnt - aber das hier, das war kein Spaß.
Mag sein, dass ich einen schlechten Tag hatte; vielleicht hat auch die Tatsache, dass der Bondone der erste Berg nach der Anreise war, dazu beigetragen, dass ich mich mehr schlecht als recht raufmühte und auf der Rückfahrt zum Gardasee fast zusammengebrochen wäre - aber eins steht fest: Dieser Anstieg ist verdammt schwer, deutlich schwieriger als z.B. Alpe d'Huez.
Ich fuhr den Anstieg von Trient aus, also von ganz unten. Das bedeutet: 1450 Höhenmeter auf 21 Kilometern, das Ganze verpackt in nicht weniger als 38 Serpentinen. Also keine unbedingt furchterregenden Werte, eher ähnlich denen des Jaufenpasses, den ich 2 Monate vorher ohne Probleme hochgestrampelt bin.
Aber hier? Keine 10 Kilometer, und ich war das erste Mal so richtig kaputt. Dabei bin ich vorher schon mal abgestiegen und fotografierte den Blick hinunter auf Trient und das (hier zugegebenermaßen nicht besonders schöne) Etschtal.

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Fast die gesamte Strecke führt durch den Wald; das Höhenprofil verschleiert dabei den wahren Charakter dieses Anstiegs. Serpentine folgt auf Serpentine, und zwischendrin türmen sich immer wieder kurze, aber knackige Rampen auf. Das folgende Foto kann dies nur bedingt rüberbringen.

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Vielleicht war es auch die anfängliche Monotonie, die mir so zu schaffen machte. Erst ab dem Dorf Vaneze wurde es besser; der Wald wurde lichter und es gab viele schöne Ausblicke nach Osten auf die wunderbare Dolomitenwelt.

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Dazu auf der Straße unzählige "GIBO"-Aufschriften, gewidmet dem italienischen Radsport-Idol Gilberto Simoni.
Weiter oben beherrscht leider - wie so oft - ein Skigebiet die Szenerie. Dazu viele Hotels und Restaurants, die aber an diesem Augusttag wie ausgestorben erschienen. Und kalt war es - unglaublich! Jetzt konnte ich mir vorstellen, dass es im Juni hier Schneestürme geben kann. Eine Tafel erinnert an den denkwürdigen Tag im Jahre 1956, als Charly Gaul bei solchen Verhältnissen hier oben eine Etappe des Giro gewann.

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Also nach dem obligatorischen Passfoto rein in die warme Jacke und mit Karacho in die Abfahrt.
Diese ist toll - kaum Serpentinen, so dass man es so richtig laufen lassen kann. Für den Blick auf die Brentagruppe (leider teilweise in Wolken) hielt ich aber an, um diesen im Bild festzuhalten.

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In der Ferne tauchte dann der Gardasee auf.

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Im Dorf Lasino war dann Feierabend, aber der Blick auf den Wegweiser zeigte mir: Noch über 20 Kilometer bis nach Riva. Und ich war nur noch auf 300 Metern Höhe. Der Wind pfiff erbarmungslos vom Gardasee her, und ich musste nochmal 250 Höhenmeter rauf - auf schnurgerader Strecke fuhr ich mit gerade mal 15 km/h fluchend dahin und hatte eigentlich keine Lust und auch keine Kraft mehr. Und der See kam einfach nicht näher...
Aber irgendwann war ich dann in Drena, und die letzten Schwierigkeiten waren überwunden. Es ging über mehrere Kehren durch den Ort steil bergab hinunter nach Dro. Toll war die Fahrt durch die "Marocche", einen riesigen Bergsturz.

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Der Rest war dann ein Kinderspiel. Aber insgesamt war diese Tour über den Monte Bondone für mich eine der schwersten überhaupt und der Anstieg fast ohne jegliche landschaftliche Schönheit. Eigentlich war die Abfahrt das Reizvollste - der Anstieg sollte unter dem Kapitel "erledigt" abgehakt werden.



Höhenprofil



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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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