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  Passo San Boldo 18.11.2017 08:13 (UTC)
   
 

  Passo di San Boldo (706 m)

Einer der kuriosesten Alpenpässe überhaupt ist der Sant' Ubaldopass (Passo di San Boldo), der westlich von Vittorio Veneto in etwa auf halber Distanz zum an anderer Stelle beschriebenen Monte Cesen liegt. Trotz ihrer nur geringen Länge von 6 km und einem nicht furchteinflößenden Höhenunterschied von gerade mal 450 m zählt seine Südauffahrt aus dem Ort Tóvena zu den grandiosesten Straßenbauwerken des gesamten Alpenraumes. An einem Talschluss haben österreichische Soldaten während des Ersten Weltkriegs eine Straßenanlage in den steilen Fels geschlagen, die in ihrer Art einmalig ist: Die letzten knapp 2 Kilometer überwindet die Straße durch 5 übereinander liegende Kehrtunnels.
Selbstverständlich wollte ich diesen tollen Pass "mitnehmen", wenn ich schon mal in der Nähe war. Aber nach der Hitzeschlacht am Cesen ging ich die ganze Sache etwas zu locker an, dazu noch ohne Getränke, was sich bitter rächen sollte. Denn auch 6 km können sich ganz schön hinziehen, noch dazu, wenn ein Großteil der Strecke gute 8 % und der letzte Kilometer mehr als 11 Prozent Steigung aufweist.
Ich hatte mein Auto im Ortskern von Tóvena bei der Kirche abgestellt. Die ersten beiden Kilometer rollte es noch gut; ohne Kehren ging es bei höchstens 5 % Steigung flott voran. Ein Schild, welches auf 18 Kehren hinwies, sollte mich auf das vorbereiten, was mich erwartete. Denn 18 Kehren auf 4 Kilometer bedeutete im Klartext, dass die Straße zwischen den Haarnadelkurven zeitweise rampenartig ansteigen würde. Hier merkte ich dann die Anstrengung der 18 km und 1200 Höhenmeter am Cesen.
Zunächst einmal gewann ich schnell an Höhe und hatte das Gefühl, in eine Sackgasse hineinzufahren. Das Tal schien ganz spontan in einer Felsnische zu enden - von einer Straße keine Spur mehr.
Doch plötzlich bekam ich die bereits erwähnte Besonderheit des San Boldo zu Gesicht: Die letzten 5 Serpentinen verlaufen in einer einzigartigen Konstruktion durch beleuchtete Kehrtunnels; der Verkehr wird hier durch Ampel geregelt. Jetzt wurde es auch richtig steil, und ich war froh, zunächst an den Ampeln und dann auch zum Fotografieren anhalten zu können. Hier einige Eindrücke:


Ampelregelung vor dem ersten Kehrtunnel



Einzigartige Straßenführung



Straße von oben aus anderer Perspektive


Nach einem Felsdurchbruch stand ich dann abrupt vor der Passhöhe, die von einigen Häusern und Lokalen geziert wird. Ohne das Schild hätte man sich wegen der nun ausweitenden Landschaft gar nicht das Gefühl, auf einer Passhöhe zu stehen. Und tatsächlich ist die Nordauffahrt das San Boldo kaum der Rede wert: Auf 10,5 km gewinnt sie gerade mal 350 m an Höhe.



Auf der Passhöhe: Keine überwältigende Höhe, aber ein einmaliges
Fahrerlebnis




Gedenktafeln erinnern an den Bau der Straße während
des Ersten Weltkriegs

Für sich allein ist der Passo di San Boldo für keinen einigermaßen trainierten Radler eine große Herausforderung. In Verbindung mit einem der giftigen Anstiege, wie es sie in dieser Gegend in großer Zahl gibt, kann er einem aufgrund mehrerer steiler Rampen aber ganz schön in die Beine gehen - zumal bei hochsommerlichen Temperaturen. Staßenbautechnisch ist er aber ein Leckerbissen der ganz besonderen Art.


Höhenprofil

 
  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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