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  Pasubio-Runde 16.12.2017 05:13 (UTC)
   
 

Rund um den Monte Pasubio

Passo Pian delle Fugazze (1160 m) - Passo Xomo (1058 m) - Passo Borcola (1250 m)

Auf für mich völlig neues Terrain begab ich mich mit dieser 70 km langen Runde: Das Gebiet des Monte Pasubio, nordöstlich des Gardasees, auf der anderen Seite des Etschtals. Der Monte Pasubio erlangte als "Schlachtbank",. "Knochenmühle" oder "Berg der 10000 Toten" im Ersten Weltkrieg traurige Berühmtheit. Mahnende Bauwerke von damals sind auch heute noch viele zu begutachten, allerdings in der Regel nur über Schotterstraßen zu erreichen. Besonders bekannt ist die "Strada delle 52 Gallerie del Pasubio" nahe des Passo Xomo, ein Gewirr aus Tunneln, die damals von den Italienern als Nachschubweg errichtet wurde.
Ich wählte zur Umfahrung dieses Gebirgsstocks eine kürzere und auch einfachere Variante. Zum einen konnte ich mit dem Xomo (welch merkwürdiger Name!) einen dritten Pass sozusagen im Vorübergehen mitnehmen. Zum anderen wären die möglichen Varianten deutlich länger und mit weitaus mehr als den 1900 Höhenmetern dieser Tour bestückt gewesen, was nicht nur in Anbetracht der schwülheißen Witterung die Grenzen meiner Möglichkeiten erreicht und möglicherweise überschritten hätte.
So standen also 3 Pässe auf meinem Programm: Einer mit sehr langer Anfahrt (25 km), der zweite sozusagen als "Zwischenhügel" und der dritte mit zwar serpentinenreichem, aber extrem steilem Finale.
Die gut 25 km lange Steigung zum ersten Pass, dem Pian delle Fugazze, beginnt in Rovereto. Nach kurzer Steigung zu Beginn flacht die Straße schnell ab und schmiegt sich die ersten 13 Kilometer hoch über der Schlucht des Flüsschens Leno (der z.T. aufgerstaut ist) an eine Felswand. An ausgesetzten Stellen bietet sie beeindruckende Ausblicke hinab ins Tal und auf die umgebende Gebirgslandschaft.



Der langgestreckte Lago di San Colombiano



Die Straße ist an den Felshang gebaut

Auf diesem ersten Streckenabschnitt gewinnt man keine 500 Höhenmeter - fast eine Genussfahrt also auf größtenteils hervorragendem Straßenbelag. Zumal der Streckenverlauf (immer nah am Fels) so gut wie immer im Schatten lag - welche Wohltat bei über 30 Grad im Schatten.
Nach besagten 13 Kilometern gabs dann eine längere Abfahrt hinunter nach Anghebeni, wo ich mich auf 530 Metern Meereshöhe wiederfand.
Das sollte sich aber schnell wieder ändern, denn nun folgte die erste gemeine Rampe mit weit über 10 %, der sich - nach erneuter kurzer Abfahrt - die zweite mit ebensolchen Steigungsprozenten anschloss. Dabei durchquerte ich nicht nur Ortschaften mit durchaus lustigen Namen (Foxi, Raossi, Martini), sondern auch eine phantastische Landschaft.


 

Lago di Speccieri



Ausgesetzte Straße



Blick zurück ins Tal und auf den Lago Speccieri

Die letzten Kilometer verliefen dann zwar steil, aber unspektakulär durch Mischwald, und kurz vor der Passhöhe, die man schon von weitem erkennt, wird die Straße dann deutlich flacher.
Auf der Passhöhe gabs nicht nur eine Bar mit Erfrischungen, sondern auch wieder einen dankbaren Fotografen fürs Passfoto.


Passhöhe

Bevor ich mich richtig in die bis zu 15 % steile, kehrenreiche Abfahrt stürzen konnte, kam mir erstmal ein ganz besonderer Straßenverkehrsteilnehmer entgegen...


Gegenverkehr...

Nach gut 3 Kilometern musste ich in einer Kehre (am Ponte Verde) scharf abbremsen, denn hier zweigt ein unscheinbares Sträßchen links ab. Dieses führte mich zum Passo Xomo, der Ausgangspunkt für spektakuläre Wanderungen und Mountainbiketouren zu den Relikten der Gräueltaten des Ersten Weltkriegs (z.B. die bereits oben erwähnte
"Strada delle 52 Gallerie del Pasubio") ist. Diese Höhenstraße (nach kurzer, knackiger Steigung am Anfang verläuft sie bis zum Pass fast eben) verdient das Prädikat "besonders wertvoll". Leider verhindern Bäume und Buschwerk über weite Strecken den Blick tief nach unten ins steil abfallende Valle di Pasubio, aber nicht nur wegen des super Belags war die Fahrt hoch zum Xomo ein Genuss.


Höhenstraße mit Stellung aus dem Krieg



Passhöhe in 1090 m Höhe - zugeparkt mit Autos von Wanderern und MTB-Fahrern

Toll war auch die 7 km lange Abfahrt auf zwar schmaler, aber vorzüglich asphaltierter Straße. Diese führte meist durch den Wald und endete in Posina, einem Ort, von dem die Franken sagen würden, "do is die Katz verreckt". Welcher Kontrast zu meinem Urlaubsort Riva am Gardasee!
In Posina begann dann der Anstieg zum dritten Pass, den Passo Borcola. Verblüffend die Namensähnlichkeit mit dem Passo Bordala, den ich 4 Tage vorher hochgefahren war! Nur könnten die Profile dieser beiden Pässe unterschiedlicher nicht sein. Der Bordala zieht sich über 15 Kilometer mit nahezu gleichbleibender Steigung hoch. Beim Borcala ist das anders: Nach eher gemütlichem, 6 km langem Einrollen in ein einsames Tal hinein (der teilweise bemitleidenswerte Straßenbelag mit zahllosen Rissen und Schlaglöchern beweist die geringe verkehrstechnische Bedeutung dieser Route) folgte für mich ein Ende mit Schrecken: Am Talschluss schraubt sich die Straße - nunmehr mit erneuertem Belag - über 19 eng aufeinanderfolgende Kehren auf 4 Kilometern gut 450 Meter in die Höhe. Besonders der erste Kilometer ist sehr steil (16 %), was ich nach 2 Pässen besonders zu spüren bekam. Leider war die Aussicht Null, da der Anstieg hier komplett im Laubwald verläuft. Trotzdem sah ich mich zu einem Fotohalt veranlasst.


Kehre im unteren, sehr steilen Bereich (16 %)

Urplötzlich ließ die Steigung nach und ich hatte die Passhöhe vor mir.


Unscheinbare Passhöhe des Borcala



So richtig krachen lassen konnte ich es dann auf der 23 Kilometer langen Abfahrt hinunter nach Rovereto, wo ich 1000 Höhenmeter liegen ließ. Anfangs führte die Straße durch ein Almengebietspäter dann durch eine beeindruckende Felslandschaft. Vor allem den unteren Teil kann man durchaus als spektakulär bezeichnen.


Blick Richtung Rovereto: beeindruckend!


Ein Fazit dieser Tour ist schnell gezogen: Eine der beeindruckendsten Runden, die ich bisher mit dem Rad gefahren bin. Der sportliche Wert (70 km, 1900 Hm) steht ohnehin außer Zweifel. Landschaftlich großartig, und auch kulturell hat das Pasubio-Gebiet viel zu bieten (letzteres leider in eher traurigem Zusammenhang). Für MTB-Fahrer ist diese Gegend ein Muss!

 


 
  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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