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  Polsa (2016) 23.04.2018 20:57 (UTC)
   
 

Polsa (Monte Baldo) (1250 m)


Polsa ist eine Skistation im nordöstlichen Bereich des Monte-Baldo-Massivs. Man erreicht sie, indem man in Mori (zwischen Riva und Rovereto gelegen) in Richtung Brentonico fährt (der Ort ist ab Mori ausgeschildert). Ich entschloss mich kurzfristig zu dieser Variante einer Monte-Baldo-Tour, da für die ganz große Runde über das Rifugio Graziani und die Bocca Navene (= insgesamt 100 km mit 2200 Höhenmetern) sowohl das Wetter zu unsicher als auch die Beine zu schwer waren. Trotzdem läpperten sich auf 70 Kilometern noch 1500 Höhenmeter zusammen; das aber immer auf eine Art und Weise, die einen nicht wirklich kaputt macht.
Nach einer gewittrigen Nacht startete ich in kühler, aber dampfiger Luft in S. Alessandro. Natürlich war der Weg nach Torbole wieder durch ein abartiges Verkehrsgewühl (teilweise auch auf dem kombinierten Fuß- und Radweg) geprägt, was aber nach den Einstieg in die alte Verbindungsstraße nach Nago (anfangs 20 % Steigung! - auch nur annähernd steil wird es auf der gesamten Strecke nicht mehr) schlagartig anders wurde. Denn nun verlief die Route bis Mori auf über 10 Kilometern nur noch auf dem Radweg.
In Mori beginnt der Anstieg hinauf nach Brentonico. Auf vorzuglich ausgebauter Straße kurbelte ich über mehrere Serpentinen nach oben. Steigungsspitzen von knapp 8 % (meist aber deutlich darunter) machten diese Auffahrt zu einem Vergnügen.


Trotz moderater Steigung gewinnt man schnell an Höhe. Unten das Etschtal
und Rovereto.



Skulpturen kurz vor Brentonico
 
Im Ort selbst verliert man durch eine Zwischenabfahrt wieder einige Höhenmeter, bevor es in knapp 700 Metern Höhe am Ortsausgang nach links Richtung Polsa weggeht. Erst dachte ich an einen Irrtum, da nach kurzem Anstieg ein längeres Flachstück und sogar noch eine Abfahrt folgten. Schnurstracks erreichte ich den Ort Prada (750 m), wo die Kehrenstrecke hinauf nach Polsa beginnt.
 

Ab hier gehts hoch nach Polsa. Das Wetter war alles andere als
vielversprechend!

Diese Strecke verdient das Prädikat "wertvoll". Nicht nur, dass kaum motorisierter Verkehr herrschte (Polsa ist ein Skigebiet, und im Sommer fahren die Italiener eher nicht Ski); die Straße ist über weite Strecken in sehr gutem Zustand, wird nirgends richtig steil (Schnitt 7 %) und bietet zudem faszinierende Blicke (an diesem Tag leider durch Wolken und Dunst getrübt) hinunter nach Brentonico und ins Etschtal. Kaum zu glauben, wie man, ohne an den Anschlag zu kommen, so schnell mit dem Rad an Höhe gewinnen kann. Führte die Straße anfangs hauptsächlich durch den Wald, so wich letzterer immer mehr einem lieblichen Almengebiet. Nach 11 Serpentinen, die teilweise weit auseinandergezogen sind, und knapp 8 Kilometern war dieser radsporttechnische Leckerbissen beendet und Polsa erreicht.


Eine der 11 Kehren

Fast oben: Blick auf Brentonico (links) und das Etschtal (rechts, unterhalb)



Geschafft!

Der Ort hinterließ (wohl auch, weil es total zugezogen hatte und es stark nach Regen aussah) einen eher tristen Eindruck, was Skigebiete im Sommer eben so an sich haben. Lediglich die adrette Bedienung im Hotel La Betulla, in dessen Bar ich mich wegen der Kühle verzogen hatte, lud etwas zum Verweilen ein. Diese erklärte mir dann auch mit Händen und Füßen, dass hinter Polsa Schluss sei mit rennradtauglicher Strecke (ich wollte über S. Valentino zurückfahren; ein Schotterstück ließ das aber nicht ratsam erscheinen), sodass ich meinen Rückweg nach Riva auf der gleichen Strecke bestritt. Was mir aber wiederum eine phantastische Abfahrt bescherte mit zwei Zwischenanstiegen, die mir alles andere als beschwerlich vorkamen. Ab Mori dann auf dem Radweg zurück nach Nago und Torbole, wo ich mich am Goetheplatz (der Gute hat sich dort seine Inspirationen für die "Iphigenie" geholt - dieser Klassiker, in Verbindung mit einem Deutschlehrer der besonderen Art, vergraulte mir in der 11. Klasse jede weitere Beschäftigung mit den gelben Reclam-Heftchen) wieder in das Verkehrschaos einreihte.
So war mein Abstecher zum Monte Baldo eine schöne Erfahrung und Wandeln auf völlig neuen (Radsport-)Pfaden, auch wenn er ganz anders verlief als ursprünglich geplant.


Höhenprofil

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  Letztes Update: 01.04.2018
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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