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  Splügenpass 16.12.2017 05:24 (UTC)
   
 

Splügenpass (2113 m
)

Der Splügenpass verbindet auf knapp 40 Kilometern das schweizerische Graubünden mit der italienischen Provinz Sondrio und dem Comer See. Dabei weisen seine beiden Rampen große Unterschiede auf. Die Nordauffahrt von Splügen aus ist gut ausgebaut, nur 9 Kilometer lang und für sich alleine eher im Vorbeigehen zu meistern. Eine echte Herausforderung stellt dagegen die Südrampe dar: Von Chiavenna aus überwindet die Straße auf 31 Kilometern nicht weniger als 1800 Höhenmeter und ist vor allem im mittleren Abschnitt durch zahlreiche Galerien und enge Tunnels nicht ganz ungefährlich zu befahren (Licht am Rad unbedingt empfehlenswert!). Auf ihre Kosten kommen auf jeden Fall die Freunde des gepflegten Serpentinenfahrens: Nicht weniger als 53 Haarnadelkurven sorgen für Abwechslung und verhindern so das bei langen Geraden schnell aufkommende Gefühl, dass man nicht vorwärtskommt - bei einer Auffahrt von derartiger Länge wäre das fatal.
Mein Freund Ronald und ich starteten bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlem und teilweise böigem Gegenwind, am Ortausgang von Chiavenna (gut ausgeschilderter, öffentlicher Parkplatz). Es gab keine Gelegenheit zum Einrollen, mit 6 % gings gleich bergan. Aber weil es auch nicht nennenswert steiler wurde, fanden wir dann doch unseren Rhythmus und fuhren immer weiter in das Hochtal hinein. Mehrere Serpentinen und einige Dörfer sorgten immer wieder für willkommene Kulissenwechsel. Nach der Gemeinde Campodolcino (mehrere Ortschaften, eine kurze Abfahrt) änderte sich das Geschehen schlagartig: Mit 20 engen Kehren, die in einen Felshang gehauen wurden und teilweise direkt übereinander liegen, schraubte sich die Straße einen Steilabbruch hoch.


Der Beginn des Steilstücks



Weiter oben
 
Weiter oben sorgten mehrere unbeleuchtete, enge Tunnels und Galerien für zusätzlichen Nervenkitzel. Auch wenn dieser Streckenabschnitt nicht ganz ungefährlich zu befahren ist, für mich war es eines der größten Erlebnisse, seit ich mit dem Rad in den Bergen unterwegs bin.


Tunnels und Galerien - und bedrückende Enge


Blick nach unten. Ganz unten die Ausweichroute über Isola.



Abenteuerliche Streckenführung...


 
Nach diesem Abenteuer folgte die Ortschaft Pianazzo. Die Landschaft hatte sich nun total verändert: Dominierte vorher der Wald, so breitete sich nun eine liebliche Almenlandschaft aus, mit mehreren Weilern und urigen Einzelgehöften. Da blockierten schon mal Kühe die Straße (was bei unserem Bergauftempo nicht ins Gewicht fiel...) und ein kleiner Bach suchte sich den Weg über den strapazierten Asphalt. Was blieb, waren die Galerien, teilweise mehrere hundert Meter lang und natürlich unbeleuchtet.
Nach wiederum mehreren Kehren tauchte plötzlich die Staumauer des Splügenstausees auf. Dieser türkisblaue See liegt inmitten einer Hochgebirgslandschaft, und wir konnten 4 Kilometer flach daran vorbeifahren, bevor bei der Ortschaft Montespluga zum 3 Kilometer langen Endspurt geblasen wurde. Das galt aber nur für Ronald, denn mich verließen nach 2000 Höhenmetern an den Vortagen nun die Kräfte. Der nach wie vor starke Gegenwind trug seinen Teil dazu bei. Nochmal 10 Kehren (so hatte man wenigstens in einer Richtung immer mal den Wind im Rücken), durch die ich mich mehr schlecht als recht quälte, dann tauchte nach einer Linkskurve unvermittelt die Passhöhe auf. Kontrolliert hat an der Grenze offensichtlich schon lange keiner mehr - insgesamt hinterließ die Passhöhe sowieso einen eher trostlosen Eindruck. Auch das Passschild war verschwunden.


Die Staumauer des Splügenstausees








Kein Passschild! Und das am Grenzübergang!



Passhöhe

 
Die Abfahrt ließen wir sehr vorsichtig angehen; alles in allem präsentierte sich der Straßenbelag aber nicht als so schlecht wie oft beschrieben. Das Steilstück umfuhren wir aber auf der Ausweichstrecke über Isola. So konnten wir uns dieses straßenbautechnische Meisterwerk auch mal von unten anschauen.


Das Steilstück der Splügenpassstraße von der Ausweichroute aus gesehen


Insgesamt hielt diese Tour das, was ich mir von ihr versprochen hatte. Wenn man mal vom ständigen Gegenwind absieht, war das ein angenehm zu fahrender Pass, denn nur an wenigen Stellen geht die Steigung über die 10 Prozent hinaus. Aber wehe, man fängt zu schnell an - dann merkt man, wie gnadenlos sich 31 Kilometer Anstieg in die Länge ziehen können. Landschaftlich bietet der Splügenpass alles, was das Herz eines Bergfreunds begehrt.

Höhenprofil

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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