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  Umbrailpass - Stilfser Joch 18.11.2017 08:09 (UTC)
   
 

Umbrailpass (2501 m) - Stilfser Joch (2758 m)

Eigentlich ist es kaum zu glauben: Bereits sechs Mal war ich bis zum Jahr 2016 mit dem Rad von Prad aus zum Stilfser Joch hochgefahren. Viermal davon im Rahmen des "Stelvio-Bikeday", der mir aber immer überlaufener wurde, sodass mir heuer ein Teilnahmeverzicht (aufgrund des späteren Termins wäre es mir unmöglich gewesen) nicht schwer fiel.
Was mir aber noch fehlte, war eine Auffahrt von der anderen, der schweizer Seite, über den Umbrailpass. Diesen war ich zwar, zu den oben erwähnten Gelegenheiten, bereits des öfteren hinuntergerauscht, aber noch nie hochgekurbelt.
Als Startort wählte ich wieder Prad. Bis Glurns konnte ich mich auf 7 Kilometern wunderbar einrollen, und auch der Anstieg hoch nach Taufers zur Schweizer Grenze und danach weiter bis Santa Maria (enge, aber sehr idyllische Ortsdurchfahrt) brachte zwar 450 Meter Höhengewinn, aber keinerlei Schwierigkeiten. Das sollte sich nach dieser Abzweigung ändern.


Hier gehts links weg. Umbrail und Stelvio sind ausgerschildert.

Gleich auf der ersten 300 Meter langen Geraden konnte ich mich seelisch darauf einstellen, was jetzt steigungsmäßig die nächsten 13 Kilometer auf mich zukommt: Immer um die 9 %, gerne auch drüber, lediglich unterbrochen durch zwei kurze Flachstücke. Höhengewinn bis zur Passhöhe: 1130 Meter. Das ist schon eine Ansage! Also: Kleinen Gang rein und nicht überdrehen, sonst muss ich später bitter dafür büßen.
Dem gegenüber steht aber eine Genussnummer - leider auch für Motorradfahrer, die ungezählt, mit röhrenden Maschinen, den Pass hinaufjagten. 33 Kehren machten die Auffahrt, trotz aller Strapazen, zu einer abwechslungsreichen, kurzweiligen Angelegenheit.
Allein fast 20 (ich habe sie nicht gezählt) Haarnadelkurven bugsierten mich einen bewaldeten Steilhang hoch bis zum Gasthof Alpenrose, wo ein ca. 1 Kilometer langes Flachstück für Erholung sorgte.



Eine der Serpentinen



Übereinandergeschachtelte Kehren im bewaldeten Steilhang


Dann änderte sich das Landschaftsbild: Bewegte ich mich bislang ausschließlich im Lärchen- und später Fichtenwald, so wich letzterer zunehmend zurück und machte Platz für Hochgebirgsflair: Karger Pflanzenwuchs und der Fels dominierten mehr und mehr. Immerhin befand ich mich auch schon in knapp 2000 Metern Höhe (im Bereich, wo sich noch vor wenigen Jahren der Naturstraßenabschnitt befand).
 


Blick zurück ins Val Muraunza...


...und nach oben. Die Vegetation wird immer spärlicher

Nach einigen Kehren, über die ich mich immer weiter in die karge Felslandschaft hochkämpfte, folgte nochmals ein kurzes Flachstück. Die letzten 4 Kilometer gings aber nochmal voll zur Sache. Beeindruckend, wenn man von unten den Straßenverlauf der Kehren erkennen konnte...und gleichzeitig (die Beine wurden zunehmend schwerer) auch ein bisschen demotivierend: Da muss ich noch rauf!


Gut zu sehen: Kehren von unten



Ein Blick zurück

Erstaunlicherweise bekam ich zunächst einmal die Passhöhe des Stilfser Jochs zu Gesicht, die zur Linken ins Blickfeld rückte. Doch wie aus dem Nichts tauche die alte Grenzstation mitsamt dem unscheinbarten Passschild des Umbrail auf.


Umbrailpass

Doch noch war ich nicht ganz oben, denn bis zur Passhöhe des Stilfser Jochs waren - nach kurzer Zwischenabfahrt - noch gut 350 Höhenmeter zu überwinden, und das auf nichtmal 4 Kilometern. Das war nochmal richtig schwer, aber mit der "Königin der Pässe" im Blick fällt alles doch irgendwie etwas leichter.


Keine zwei Kilometer mehr! Die Passhöhe des Stelvio ist zum Greifen nah.



Geschafft!



Erinnerung an einen der ganz Großen. Michele Scarponi wäre in diesem
Jahr im Rahmen des Giro d'Italia über das Stilfser Joch gefahren. Sein
tödlicher Unfall kurz vor Beginn der Rundfahrt machte alles zunichte.


Auf der Passhöhe herrschte der übliche Hochbetrieb, aber nicht vergleichbar mit dem Chaos am Radtag. So verweilte ich, auch wegen des schönen Wetters, einige Zeit oben, bevor ich mich in die irre Abfahrt mit 48 Kehren stürzen konnte.


Immer wieder beeindruckend...


Kleines Resümee: Auch so herum gefahren ist diese Hochgebirgsrunde über den zweithöchsten Alpenpass mehr als empfehlenswert. Die Umbrail-Auffahrt ist ihrem Pendant von der östlichen Seite ebenbürtig, aber eben nicht so spektakulär. Da man aber so oder so insgesamt 1850 Höhenmeter überwindet, ist diese Tour schon etwas für Hartgesottene. Und wehe, man lässt sich dazu verleiten, unten zu schnell anzugehen...oben muss man dafür bitter büßen!

 
  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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