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  Silvretta-Hochalpenstraße 18.07.2018 08:16 (UTC)
   
 

Silvretta-Hochalpenstraße (2038 m)

Die Silvretta-Hochalpenstraße verbindet das Montafon im Westen mit dem Paznauntal im Osten. Beide Täler erlangten vor allem durch ihre Wintersportorte (z.B. Schruns-Tschagguns im Montafon oder Ischgl im Paznaun) einen großen Bekanntheitsgrad. Die Straße mit dem Scheitelpunkt Bieler Höhe auf über 2000 Metern Höhe (am Silvretta-Stausee) indes besitzt zwei von der Struktur her vollkommen unterschiedliche Seiten. Während nämlich die Ostseite vom Paznauntal her stetig und ohne jegliche Kurven ansteigt, stellt die Westseite für Radfahrer einen wahren Leckerbissen dar. Denn auf 14 Kilometern werden über 1000 Höhenmeter überwunden; die ersten 800 davon auf einer architektonisch meisterhaft angelegten Straße mit über 20 Serpentinen.
Keine Frage, dass ich die Westseite befahren wollte; von Bludenz bedeutete das aber nichts anderes als 46 Kilometer einfach und fast 1500 Höhenmeter, was in etwa vergleichbar ist mit dem Col de la Croix de Fer in Savoyen, den ich vor 3 Jahren gefahren war. Und der hatte mir wirklich gereicht.
Zunächst standen aber 31 Kilometer "Warmfahren" durch das Montafon auf dem Programm. Ein wunderschönes Gebirgstal, umsäumt von baumbestandenen Berghängen. Die Städtchen auf meinem Weg zeigten alle deutliche Spuren vom (Winter-)Tourismus, ohne jedoch von ihrer Schönheit eingebüßt zu haben. Ganz wichtig: Ich konnte die komplette Strecke auf einem Radweg zurücklegen der bis auf ein kurzes Stück bei Schruns komplett asphaltiert und damit auch rennradtauglich war. Und die Durchschnittssteigung von knapp 3 % verlangte nun wirklich nicht die letzten Kräfte ab; bis zum Ort Partenen konnte ich lediglich 500 Meter an Höhe gewinnen.
Das änderte sich dann aber schlagartig. Kurz hinter Partenen nach über 31 Kilometern steht dieses Schild:


Hier beginnt die mautpflichtige Straße, die mich gleich auf einen "sicheren" Gang runterschalten ließ: Es folgten über 10 % Steigung, die auf den nächsten 6 Kilometern kaum einmal unterschritten wurden und mich gewaltig ins Schwitzen kommen ließen. Zum Glück verläuft dieser Streckenabschnitt komplett im Wald, sodass ich öfters im Schatten fahren konnte. Zudem sind die Kehren dieser super ausgebauten Straße so angelegt, dass man, wenn man sie außen anfährt, ein kurzes Stück verschnaufen kann. Dieses Phänomen hatte ich auch schon am Stilfser Joch feststellen können.
Weiter oben war die Trasse in eine fast senkrechte Felswand gehauen. Der Baumbestand verhinderte jedoch eine bessere Einsicht, doch Erinnerungen an Alpe d'Huez wurden wach.


Von oben hat man einen beeindruckenden Einblick auf den phantastischen Streckenverlauf.


Ganz plötzlich brach die Steigung ab und vor mir baute sich die Staumauer des Vermunt-Stausees auf.



Da ich nun auf über einen Kilometer an dessen Ufer entlangfahren konnte, bedeutete dies auch ein wenig Durchschnaufen. Das war auch bitter nötig, denn meine Kräfte waren doch schon ganz schön geschwunden.
Doch dann hieß es: Auf zum Gipfelsturm. In einer langgezogenen Kurve bog die Straße wieder nach links und ein wirklich ekelhafter Kilometer mit wieder fast 10 Prozent Steigung war für meine mittlerweile doch recht schweren Beine fast zu viel. Der Ausblick auf den nun unter mir liegenden Stausee entschädigte aber für alle Anstrengungen.


Die Steigung ließ dann erfreulicherweise immer mehr nach, und nur ein kurzes, 400 Meter langes schnurgerades Steilstück unmittelbar vor der Passhöhe konnte mich noch richtig ärgern.


Das Passschild hat man - wohl in weiser Voraussicht - einige huntert Meter vor dem eigentlichen Hochpunkt Bieler Höhe aufgestellt. Dort tummelten sich Dutzende von Bussen, -zig Radfahrer und hundert von Motorrädern (wie überall in den Alpen...). Viele Radfahrer, die mich überholt hatten (und umgekehrt, das gab es nämlich auch!) traf ich auf dem riesigen Parkplatz direkt am Silvretta-Stausee wieder. Im Sonnenschein und der warmen Luft gönnte ich mir eine halbe Stunde Ausruhen.

Der Silvrettastausee. In der Bildmitte erhebt sich der Piz Buin.

Die Abfahrt machte dann einen Riesenspaß. Zwar musste ich ab und zu anhalten (wegen der Fotos), aber die gut ausgebaute Serpentinenstrecke hinunterzurauschen war schon ein Genuss. Leider vermieste mir im Montafon ein grausiger Gegenwind das richtige Fahrvergnügen. Der Radweg am Flüsschen Ill entlang ist aber wirklich schön zu fahren und bietet immer wieder Naturgenuss.

Wer Ruhe und Entspannung liebt, ist hier genau richtig: Der Radweg im Montafon entlang
des Flüsschens Ill

Im Nachhinein muss ich feststellen, dass mein Vorhaben, mich einem "Formtest" zu unterziehen, mit der Silvretta-Hochalpenstraße mehr als gelungen war. Zumal ich für meine Sommerplanungen keinen einzigen Alpenpass im Programm hatte, der es, was Länge und Höhenmeter betrifft, mit dieser Strecke aufnehmen kann. Und landschaftlich ist sie eine der schönsten, die ich bisher gefahren bin.

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  Letztes Update: 09.07.2018
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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