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  Timmelsjoch 28.05.2018 04:56 (UTC)
   
 

Timmelsjoch (2509 m)

Nachdem ich im Juni 2006 das Timmelsjoch von St. Leonhard aus befahren hatte, schrieb ich damals von einem der schwersten Anstiege, die ich bis dato meistern musste. Da ich auch von der landschaftlichen Schönheit überwältigt war, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diesen Pass erneut in Angriff nehmen würde.
Die Gelegenheit dazu ergab sich während eines spontan beschlossenen Südtirol-Kurzaufenthalts am Ende meiner Sommerferien 2009. Das Wetter war hervorragend, die Form nach der Dolomitenwoche im August zwar nicht mehr hundertprozentig, aber versuchen wollte ich es auf jeden Fall. Und ich sollte es nicht bereuen!
Wegen der Morgenkühle fuhr ich erst am späten Vormittag los, bis Moos (km 7) sogar noch mit Weste. Dann wurde es wärmer, sowohl von außen und (hauptsächlich) von innen. Nach einem mehr oder weniger gemächlichen Einrollen mit gerade mal 300 Höhenmetern gings nämlich hier zur Sache: Was nun folgte, war mir nur zu deutlich noch in Erinnerung!



Rechts gehts lang: Hier in Moos wird der Anstieg unangenehm. Die Straße links
nahm ich übrigens bei der Abfahrt - und kam durch weitgehend unberührte Natur

Eine Kehrengruppe bugsierte mich auf nur knapp 3 Kilometern vom Passeiertal nach oben an den Hang - die Steigung beträgt in diesem Abschnitt im Schnitt weit über 10 % und in einigen Rampen noch deutlich mehr. Doch im Gegensatz zu 2006 machte mir das diesmal gar nichts aus, und ich genoss die dann wieder langsam flacher (bitte relativ sehen!!!) werdende Straße, die sich übrigens (vor allem dann ganz oben) in überraschend gutem Zustand befand. Was nervte, waren die zahlreichen, unbeleuchteten Tunnels, die dadurch erforderlichen Brillenwechsel und die zahllosen Motorradfahrer. Diese erweisen sich auf der Passhöhe zwar immer als dankbare Fotografen (wie auch dieses Mal), aber unterwegs wünschte ich vielen von ihnen aufgrund ihres rücksichtslosen Fahrtstils am liebsten einen Kolbenfresser.


Blick zurück ins Passeiertal
 
Was diesmal von Vorteil war: Es gab keine Fotohalte und so konnte ich mehr oder weniger durchfahren, weil ich 2006 schon so viele Bilder geschossen hatte; so fand ich einen prima Rhythmus. Eine Pause gönnte ich mir lediglich am Gasthof Schönau (km 19), der unmittelbar unterhalb des abschließenden Steilhangs und innerhalb einer Flachpassage liegt.


Ein hochalpiner Leckerbissen: Der abschließende Steilhang der Südrampe
des Timmelsjochs

 
Die nun folgenden 11 Kilometer bis zur Passhöhe kann man getrost als hochalpin bezeichnen. Schnell weicht die ohnehin schon spärliche Vegetation zurück, und der Fels dominiert. Die Straße windet sich kehrenreich nach oben und ist nicht weniger spektakulär (und schwerer!) als die Ostanfahrt zum Stilfser Joch. Grandios ist die Aussicht, die sich mir hier immer wieder bot.


Die unterste Kehrengruppe ist die abenteuerlichste!



Die vorletzte Kehre: Gleich ist es geschafft!



Immer wieder phantastisch: Der Blick vom Scheiteltunnel nach unten

 
Schließlich hatte ich es wieder geschafft - ich stand vor dem 500 m langen Scheiteltunnel. Bis zur Passhöhe waren es zwar noch 2 Kilometer, aber steigungsmäßig konnten diese mich nicht mehr belasten. Eher schon die Tunnels, die ich nur mit Licht durchfahren konnte, weswegen ich immer wieder den Dynamo anwerfen musste (sehr störend).
Auffällig war der Wetterwechsel nach dem längsten der 3 Tunnels: War es vorher - trotz 2400 m Höhe - noch angenehm warm, so pfiff auf der anderen Seite ein gnadenloser, kalter Nordwind. Deshalb verzog ich mich auch schnell "nach Österreich" in das Rasthaus, um nicht auszukühlen. Das alte hölzerne Zollamtsgebäude auf der Passhöhe wurde übrigens mittlerweile abgerissen.



Für das Passfoto in die Jacke eingepackt. Das Rad wurde mir vom
Sturm fast umgeweht!

 
Über die Abfahrt habe ich bereits 2006 genug geschrieben. Sie ist im Bereich des Steilhangs eine der tollsten, die es gibt (aber: Vorsicht! Die Straße ist teilweise nicht abgesichert und streckenweise nur für schwindelfreie Personen geeignet). Weiter unten trüben die Tunnels den Fahrspaß erheblich.
In Moos beschloss ich dann, die Hauptstraße rechts zu verlassen und noch einen Abstecher über Platt und Breiteben zu machen. Das bescherte mir nochmal über 200 Höhenmeter, aber viel unberührte Natur, kaum Autos oder Motorräder und eine abenteuerliche Abfahrt durch den Wald hínunter nach St. Leonhard.



Blick vom Gegenhang auf Moos. Deutlich sind die steilen Kehren der
Timmelsjochstraße zu erkennen.

An meinem Fazit hat sich gegenüber 2006 nichts geändert: Was Schwierigkeit und landschaftliche Schönheit betrifft, ist die Südanfahrt zum Timmelsjoch für mich nach wie vor das Non-Plus-Ultra, trotz mittlerweile hinzugekommener "Konkurrenten" (Stilfser Joch, Giau, Monte Grappa). Ein einfach großartiger Pass und eine Herausforderung für jeden Hobbyradler!

Höhenprofil

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  Letztes Update: 27.05.2018
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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