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  Julier- und Albulapass 15.12.2018 01:00 (UTC)
   
 

Über den Julierpass (2284 m) und den Albulapass (2315 m)

Mit meiner ersten Tour betrat ich für mich absolutes Neuland: Motiviert durch die Landschaftseindrücke meiner Heimfahrt vom Comer See, startete ich im Engadin eine Zweipässetour über Julier- und Albulapass. Mit etwas über 2300 Höhenmetern und einer Länge von 105 Kilometern für mich zwar im Grenzbereich, aber mit über 2600 Trainingskilometern in den Beinen sollte es eigentlich kein Problem sein. Meinte ich...
Die 80 Kilometer lange Anfahrt mit dem Auto von Prad aus über den Ofenpass und Zernez nach La Punt genoss ich in vollen Zügen. Sonnenschein und morgendliche Kühle schufen Lust auf einen tollen Radtag. Den Ofenpass (2149 m) vermerkte ich mir gleich als lohnendes Ziel für die nächsten Jahre. Auffallend waren aber auch die starken Waldschäden in den oberen Regionen.
In La Punt fand ich gleich einen gebührenfreien Parkplatz, nur wenige hundert Meter von der Abzweigung hoch zum Albulapass. Dort wollte ich aber zunächst noch nicht hinauf; die ersten 18 Kilometer fuhr ich auf fast ebener Straße durch das Engadin, wie das Inntal hier genannt wird. Ich passierte St. Moritz, diesen mondänen Wintersportort, dessen Aura auch Bausünden und unzählige in die Landschaft geknallte Liftanlagen nicht schädigen können. Eindrucksvoll war die Fahrt entlang der Oberengadiner Seen, die wie eine Perlenkette aufgereiht in diesem wunderschönen Tal liegen.

 

Im Oberengadin, kurz vor St. Moritz. Links der St. Moritzer See


Silvaplana, Beginn des Anstiegs zum Julierpass

Ab Silvaplana (den vielfach gepriesenen Murmeltierzoo suchte ich übrigens vergeblich) war es aber vorbei mit dem Pedaliergenuss - der Anstieg zum Julierpass begann, und zwar sofort mit knackigen 10 Prozent, die sich über 4 weit ausladende Kehren hinzogen. Eine Riesenbaustelle machte das Ganze erst recht nicht zum Vergnügen. Als ich diese erste Kraftanstrengung überstanden hatte, wurde ich aber mit einem schönen Blick hinunter ins Tal belohnt.


So schnell hat man mehr als 200 Höhenmeter gewonnen: Blick hinunter zum
Silvaplaner See

Wie eine Autobahn zog sich dann diese kurze, ganzjährig offen gehaltene Passauffahrt bis oben hin, und das immer so mit 6 bis 7 Prozent Steigung. Kehren: Fehlanzeige. Landschaft: Trostlos, wobei die graziösen Strommasten ihren Teil dazu beitrugen. Nur die Straßenberschaffenheit war super. Aber das Wetter schien sich zu verschlechtern. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war ich oben. Bleibende Eindrücke: Eigentlich keine, bis auf die nette ältere Dame, die mich nur mit technischer Unterstützung ihrer Enkelin vor dem Passschild fotografieren konnte.


Super Straße in wenig reizvoller Landschaft



Erstes Ziel erreicht

Es folgte eine nicht enden wollende fast 40 Kilometer lange Abfahrt hinunter nach Tiefencastel, die auch einige kurze Gegensteigungen zu bieten hatte. Zuerst durfte ich auf größtenteils frisch asphaltierter Straße mehrere Kehren durchfahren, bis nach ca. 7 Kilometern die Straße in der Ortschaft Bivio einen deutlichen Schwenk nach Norden machte. Höhepunkt war dann gleich der Lai de Marmorera, ein Stausee, dessen grasbewachsener Erddamm sehr gut in die Landschaft integriert ist. Nach mehreren kleinen Dörfern und der größeren Ortschaft Savognin gings nochmal für einige Kilometer rasend bergab, und dann hatte ich endlich Tiefencastel erreicht, den Ausgangspunkt für meinen zweiten Pass, den Albula.


Straße entlang des Marmorera-Stausees


Marmorera-Stausee

Von hier aus bis zur Passhöhe waren es 31 Kilometer und über 1500 Höhenmeter, und ich sollte noch merken, was es bedeutet, diese Distanz zu einer Passhöhe nach insgesamt fast 100 Kilometern zurückzulegen.
Vorab: Diese Passaufahrt ist toll, vom Profil her eigentlich auch nicht zu schwer, dazu mit einer abenteuerlichen Durchfahrt einer Klamm und der mehrfachen Begegnung mit der Albulabahn. Für mich war aber nach 15 Kilometern eher harmlosen Einrollens über eine kaum ansteigende Straße, die zudem fast ausschließlich durch den Wald führt, Schluss mit lustig. Die Straße zog unbarmherzig an (über 10 %), und über 2 Kehren erreichte ich die Bergüner Klamm. Der Fotohalt kam mir wie bestellt.


Oberhalb der Bergüner Klamm. Der Talboden liegt 100 Meter tiefer
 
Danach flachte die Straße wieder etwas ab; ich passierte den Ort Bergün und kam dann in den Genuss der größten Attraktion dieses Anstiegs: Das Rendezvous mit der Albulabahn, die hier abenteuerlich mit mehreren Viadukten und Kehrtunnels die Steigung überwindet. Leider waren einige Brücken wegen Bauarbeiten in Folie eingehüllt und die Straße glich eher einem Flickerlteppich.


Abenteuerlich: Dieselbe Bahn, die über die Brücke gefahren ist, kommt links
unten aus dem Tunnel wieder heraus!

In Preda verschwindet die Bahn in einem langen Tunnel, für mich gings aber kehrenlos noch höher hinauf. Der Wald wich immer weiter zurück, ich passierte den dunkelgrün schimmernden Palpuognasee und war 5 Kilometer vor der Passhöhe dann platt. Nein, nicht nur das: Ich war mausetot. Daraus versuchte ich noch das Beste zu machen und in vielen Fotohalten diese faszinierende Hochgebirgslandschaft festzuhalten. Die Passhöhe war schon von weitem zu erkennen, und die Straße (guter Zustand!) hätte ich mit ihren 7 % Steigung an einem guten Tag mit links bewältigt. Aber so machte ich die Erfahrung, einen Teil eines Hochgebirgspasses zu erwandern. Auch mal was Neues.


Die Passhöhe ist zum Greifen nah...

Auf der Passhöhe wurde ich von einer freundlichen jungen Dame empfangen, die mir für 9 Euro (!) ein Wasser und einen Cappuccino servierte.





Gaststätte auf der Passhöhe
 
Nicht mehr der Rede wert war dann die nur knapp 10 Kilometer lange Abfahrt hinunter nach La Punt, meinen Ausgangspunkt. Lediglich einige Kühe auf der Fahrbahn sorgten für kurze Aufregung. Der als "Sprungschanze" bekannt gewordene Bahnübergang in La Punt wurde seinem Ruf hingegen nicht gerecht; offensichtlich hat man hier Korrekturarbeiten an der Straße vorgenommen.


Als Sprungschanz verschrien, meiner Meinung nach eher harmlos:
Bahnübergang in La Punt

 
Die Moral von der Geschicht: So Gott will - den Albula fahre ich mit Sicherheit nochmal (dann in Kombination mit dem Flüelapass), den Julier nicht. Dann teile ich mir meine Kräfte aber besser ein...


Höhenprofil

Höhenprofil Julierpass

Höhenprofil Albulapass

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  Letztes Update: 29.10.2018
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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