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  Sellarunde 20.09.2018 21:10 (UTC)
   
 

Sellarunde


Die Sellarunde (Sella Ronda), bei der die Sellagruppe in den Dolomiten umrundet wird, ist sowohl bei Ski- als auch bei Radfahrern bestens bekannt. Doch während sich die Brettlfans mit Liften bequem nach oben ziehen lassen können, um dann die Hänge hinabzuwedeln, haben es die Radfahrer da schon schwerer: Auf sie warten 64 Kilometer (wenn man - wie ich - Wolkenstein als Startort nimmt) mit 4 Pässen und insgesamt über 2100 Höhenmetern. Aber auch eine Strecke, die in ihrer landschaftlichen Schönheit ihresgleichen sucht.
Schon vor dem Start gabs Erfreuliches: Meine Gruppe vergrößerte sich auf vier Mann, denn Andi, der 17jährige Sohn eines Kollegen von mir, schloss sich uns an. Seine erste Pässefahrt, dann gleich diese Herausforderung. Und, um es gleich vorwegzunehmen, er bestand sie mit Bravour!

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Heiko, Andi, Ronald und ich vor dem Start

Wir starteten relativ früh, so war es noch recht kühl (nachdem es am Vortag noch oben geschneit hatte), und der motorisierte Verkehr hielt sich auch noch in Grenzen (was sich später ändern sollte). Da wir im Uhrzeigersinn fuhren, war das Grödner Joch (2120 m) unser erstes Ziel. Von Wolkenstein aus gings gleich recht anspruchsvoll nach oben, aber immer nur so steil, dass ich auch mit dem mittleren Kettenblatt locker treten konnte. Eine Flachpassage, so ungefähr 4 Kilometer vor der Passhöhe, brachte erste Erholung und mich sogar zum Frieren, da sie voll im Schatten der fast senkrecht aufragenden Sella-Nordwand lag. Bis zum Joch war es dann auch kein Problem mehr, die wenigen Kehren schafften wir locker.

Die Umziehpause nutzte ich für erste Fotos.

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Blick vom Grödner Joch auf die Sella-Nordflanke. Unten verläuft die Passstraße.

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Die Cirspitzen


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Der obere Teil der Abfahrt vom Grödner Joch

Die folgenden zwei Fotos verdanke ich meinem Freund Armin Busch (Andis Vater), der diese eindrucksvollen Aufnahmen während einer Klettertour zu den Cirspitzen schoss.

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Die Flachpassage der Westauffahrt zum Grödner Joch; links der Sellastock mit
seinen senkrecht aufragenden Wänden. Rechts der Langkofel, in der Mitte
das Sellajoch.

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Die zahlreichen Kehren der Ostabfahrt des Grödner Jochs

Die Abfahrt vom Grödner Joch hinunter nach Corvara war wunderbar und die schönste aller vier. Weit ausholende Kehren und keine zu großen Gefälleprozente sorgten - im Verein mit einer in gutem Zustand befindlichen Straße - für ungetrübten Fahrgenuss.

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In Corvara bogen wir rechts ab und sofort begann die Steigung zum Campolongopass. In vielen weiten Schleifen zog sich die Straße einen Wiesenhang hinauf, und wir merkten gar nicht, wie schnell wir an Höhe gewannen. Doch viel Zeit dazu hätten wir auch nicht gehabt, denn plötzlich war die Passhöhe (1875 m) erreicht. Naja, 400 Höhenmeter sind ja nun (im Alpenraum) so gut wie nichts.
Rasant dagegen die Abfahrt hinunter nach Arabba, wo eben diese 400 Höhenmeter auf etwas mehr als 4 Kilometern wieder "verloren" werden. Hier geht es zeitweise enorm nach unten, und ich musste in einer Kehre schwer aufpassen, dass ich mich nicht verbremse.
Während der Abfahrt tauchte im Westen schon der Pordoi auf, unsere nächste Aufgabe. Obwohl mit 2239 Metern (und fast 800 Höhenmetern ab Arabba) der zweithöchste der 4 Pässe, war sein Anstieg, der mit 33 Serpentinen geschmückt ist, total schön zu fahren. Gleichmäßig zog sich die Straße nach oben, die Steigung ging nie über die 8 Prozent hinaus.

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Im mittleren Teil des Anstiegs zum Pordoijoch. In der Bildmitte ist noch die
Abfahrt vom Campolongopass zu erkennen.


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Die Passhöhe war schon von weitem zu erkennen

Auf der Passhöhe herrschte großer Trubel, ähnlich wie auf dem Stilfser Joch. Wir gönnten uns in einem Restaurant eine Pause und verdrückten eine Portion Nudeln.

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Heiko, ich, Andi und Ronald auf dem Pordoijoch

Auch die Abfahrt des Pordoi ließ keinerlei Wünsche offen. Sie ist landschaftlich vielleicht noch schöner, verläuft sie doch größtenteils durch einen lichten Wald, der immer wieder den Blick auf die umgebende herliche Landschaft freigibt.
Auch unseren letzten Pass, das Sellajoch, konnten wir schon von weitem erkennen - eingerahmt von Langkofel (links) und Sellastock (rechts).

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Der Anstieg zum Sellajoch war dann nur 6 Kilometer lang (weil der erste Teil dieses Anstiegs mit dem des Pordoi ab Canazei identisch ist). Er ist der schwerste aller vier, und ich machte hier den Fehler, mit unserem "Bergkönig" Heiko mithalten zu wollen. Nach knapp 2 Kilometern musste ich abreißen lassen und hatte dann dermaßen schmerzende Beine, dass mich nur eine vor mir fahrende Holländerin (die mich dann ihrerseits kurz vor der Passhöhe stehenließ...) den Pass hochzog. Auf jeden Fall war ich oben am Sellajoch (2244 m) dann wirklich kaputt.
Die folgenden Fotos unserer Ankunft schoss erneut Armin Busch, und sie bringen unseren körperlichen Zustand glaube ich ganz gut rüber!

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Heiko

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ich

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Ronald und Andi

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Erschöpft, aber glücklich: Heiko, ich, Andi und Ronald auf den letzten
Pass der Sellarunde


Den Blick für die Landschaft hatte ich aber nicht verloren.

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Die Marmolada mit ihrem Gletscher

Die Abfahrt hinunter nach Wolkenstein machte weniger Spaß, weil die Straße hier teilweise in einem wirklich schlechten Zustand war. So konnte ich auch die Umgebung - schließlich radelt man hier zwischen Langkofel und Sellagruppe hindurch - kaum genießen. Und schließlich musste ich gar stehenbleiben, denn mehrere Busse, die in den Serpentinen nicht aneinander vorbeikamen, verursachten einen Stau. Dafür ein Blick hinunter nach Wolkenstein...

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Und in Wolkenstein selbst herrschte wieder das obligatorische Verkehrschaos...

Die Sellarunde ist ein absolutes Muss für jeden Radsportfreund. Wenn man genügend Pausen macht, kann sie sogar der weniger Trainierte schaffen. Auf jeder Passhöhe (ausgenommen Campolongo) befindet sich ein Restaurant, und außerdem kommt man durch zwei Städtchen, wo man sich erholen kann.
Was aber extrem nervt, ist der Straßenverkehr. Ich meine damit nicht die vielen Radler, die uns begegneten bzw. überholten (es gab übrigens auch solche, die wir überholten!). Nein, Unmengen an Autos, Bussen und vor allem Motorrädern machen einem hier das unbeschwerte Radfahren madig. Vor allem die motorisierten Zweiradkollegen benehmen sich hier oft, als gehörte ihnen die Straße alleine und fahren wie die Verrückten. Zum Glück lernten wir auf unseren Tour auch mehrere total nette Motorradfahrer kennen - viele andere wären an diesem Tag mit Sicherheit nicht meine Freunde geworden!

Höhenprofil der Tour




Dieses Profil wurde mit dem Rennrad-Tourenplaner von www.quaeldich.de erzeugt. Touren planen im Online-Tourenplaner
 

Höhenprofil Grödner Joch

Höhenprofil Campolongopass

Höhenprofil Pordoijoch

Höhenprofil Sellajoch

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  Letztes Update: 02.09.2018
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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