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  Cima della Mandria 22.10.2017 04:25 (UTC)
   
 

Cima della Mandria (1482 m)


Auch in diesem Jahr hatte ich eine Fahrt hoch zum Monte Grappa geplant. Dabei musste ich wieder die fast 150 km lange Anfahrt von meinem Urlaubsort Lignano aus in Kauf nehmen, was von der Entfernung her ja kein allzu großes Problem gewesen wäre. Zwei Drittel der Strecke führen aber über Landstraßen, und das heißt hier: Ortschaft reiht sich an Ortschaft, LKW an LKW, Überholen unmöglich. So benötigte ich für die Fahrt zu meinem Startort Semonzo gut 2 1/2 Stunden, was wiederum bedeutete: Ich startete meine Tour um 12 Uhr, in der prallen Mittagssonne bei hochsommerlichen Temperaturen.
Die diesjährige Route zum Monte Grappa, zumindest die geplante: Nach einem lockeren 20-km-Anrollen wollte ich vom Osten her über die Berge Monte Tomba, Monte Palon und Cima della Mandria den Monte Grappa erstmals über die volle Länge seiner Kammstraße bezwingen. Das bedeutete nichts anderes als knapp 2000 Höhenmeter auf 65 Kilometern. Das klingt immer noch nicht tragisch, aber fast 1300 Höhenmeter quetschen sich auf dem Anstieg von Pederobba zur Cima della Mandria zusammen - und das auf weniger als 15 Kilometern! Aber diese Kammstraße reizte mich sehr, stellt sie doch ein einzigartiges Freilichtmuseum über die Kämpfe zwischen Österreichern und Italienern im Ersten Weltkrieg dar.
Der Reihe nach. In Semonzo am Fuß des Monte Grappa angekommen, "sattelte ich die Pferde" und fuhr Richtung Osten los. 20 Kilometer Einrollen war angesagt. Erstmal knapp 200 Höhenmeter bis Fietta, dann wieder hinunter nach Possagno und weiter nach Pederobba. Der Fahrtwind blies ins geöffnete Trikot, beste Sicht nach oben, die Vorfreude auf den Gipfelsturm wuchs. Wunderbar!



Kurz vor Pederobba: Blick auf den Gebirgszug mit der Cima della Mandria



Abzweig in Pederobba: Hier beginnt die Steigung
 
In Pederobba dann Abzweig nach links und aus wars mit der Herrlichkeit. 7 eng aufeinanderfolgende Serpentinen (bis zum Monte Tomba sollten es deren 12 sein), dazu gleich knackige Steigungsprozente ließen den Schweiß erstmals fließen. Zum Glück führte die Straße weitgehend durch den Wald und es folgte nach ca. 3 Kilometern ein flacheres Stück; schöne Ausblicke ins Piavetal ließen die Anstrengungen vergessen.


Piavetal mit der Stadt Valdobbiadene

Kurz vor dem Monte Tomba wurde es dann nochmal richtig steil, doch dann hatte ich dessen unscheinbaren Gipfel (869 m) schon erreicht.



Alles andere als spektakulär: Der Gipfel des Monte Tomba
 
Es folgte eine kurze Abfahrt, bevor ich mich ans schwerste Stück dieser Runde machte: Den Anstieg zur Cima della Mandria, vorbei am Monte Palon. Hier gewinnt die Straße auf weniger als 6 Kilometern über 600 Meter an Höhe, davon 400 auf lediglich 3 Kilometern. Mehrere Serpentinen sorgten zunächst für Abwechslung, und da sich der Wald lichtete, ergaben sich immer wieder tolle Blicke ins Tal.


Der Piave mäandriert in die venezianische Tiefebene



Wie an der Perlenkette: Hügel unmittelbar vor dem Gebirgszug
 

Die Straße war in insgesamt sehr gutem Zustand und an exponierten Stellen auch durch Leitplanken abgesichert. Kurz vor dem Monte Palon wird das an dieser Kehrengruppe sehr gut sichtbar.



Kehrengruppe kurz vor dem Monte Palon - die Steilheit kommt kaum rüber



Informationstafel zu den Schlachten im Ersten Weltkrieg



Gedenkstätte auf dem Monte Palon



Blick zurück auf die Kehrengruppe



Gewitterstimmung über dem Monte Cesén und dem Piavetal
 
Leider wurde die Steilheit mittlerweile unerträglich (15 % Dauersteigung), und ich war über jeden Fotostopp froh. Dazu braute sich über dem Monte Cesén, auf der anderen Seite des Piavetales, ein Gewitter zusammen, sodass ich das "Tempo" (deutlich unter 10 km/h) zu steigern versuchte. Das war ein Fehler - einen Kilometer unterhalb der Cima della Mandria verabschiedete sich mein rechter Oberschenkel: Krampf. Also: schieben, neuer Versuch - es klappte. Von links mündete die Rampe aus Fietta (die ich mich im letzten Jahr hochgequält hatte) ein - weit konnte es nicht mehr bis zum Gipfel sein. Und tatsächlich, nach knapp 500 Metern war ich dort. Wieder kein Passschild.



Passhöhe Cima della Mandria: Trist - und aufkommender Regen
 
Vom Monte Grappa zogen Regenwolken heran, und die ersten Tropfen fielen. Also: Nichts wie rein in trockene Klamotten, scheiß auf irgendwelche Pläne und stattdessen gleich die supersteile Abfahrt nach Fietta runter. Hierbei bekam ich fast meinen zweiten Krampf, diesmal in den Unterarmen...
Nichts wars also mit einem Cappuccino im dritten Jahr nacheinanderim Rifugio Bassano auf dem Gipfel des Monte Grappa. Schade, denn hätte das Wetter gehalten, ich hätte es trotz der körperlichen Probleme versucht. Von den imposante Resten der Piaveschlachten im Ersten Weltkrieg habe ich weiter oben diesmal so gut wie nichts mitbekommen - ich hatte genug mit mir selbst zu tun.
Resümee: Die von mir geplante Runde ist nur etwas für wirklich Hartgesottene. Was Höhenmeter und Steigungsprozente in Kombination betrifft, gibt es im Alpenraum kaum etwas Vergleichbares. Aber auch der verbliebene "Rest" mit seinen über 1400 Höhenmetern mit dem durchweg sehr steilen Schlussteil  war für mich fast grenzwertig und ist ohne ausreichend Trainingskilometer kaum zu schaffen. Hat man die in den Beinen, erfährt man neben vielerlei Geschichtswissen eine tolle Route, die sowohl vom Naturlerlebnis, vom Straßenzustand und natürlich vom sportlichen Wert ganz oben anzusiedeln ist.


Höhenprofil

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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