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  Ultental 16.12.2017 05:23 (UTC)
   
 
Ultental (1900 m)

"Sie leben noch?" fragte mich die freundliche Bedienung im Gasthaus "Zur Knödlmoidl"  am Weißbrunnersee am Ende der Stichstraße hoch ins Ultental, als ich mich meines Helms und des total durchgeschwitzten Trikots entledigte. Dann gabs erstmal eine Riesenflasche Wasser und einen köstlich schmeckenden Apfelstrudel samt Cappuccino. Das hatte ich mir verdient, denn ich hatte gerade 1560 Höhenmeter bewältigt, die auf 38,5 Kilometer verteilt sind. Das wäre an sich nicht tragisch (und mit der Tremalzoanfahrt von Riva del Garda aus vergleichbar) - nur: die letzten 500 Höhenmeter quetschen sich auf einer Stecke von 6 Kilometern zusammen, und das lässt das Ganze schon in einem völlig anderen Licht erscheinen.
Von vorne: "Ultental" klingt romantisch, nach Bergbach und Bauernhöfen. Und nicht unbedingt nach knackigen Anstiegen. Ich sollte eines Besseren belehrt werden!
Ich startete von Lana (340 m) südlich von Meran aus, und viel Zeit zum Einrollen blieb mir nicht: Über mehrere Serpentinen überwand ich eine Talstufe, immer so mit einer Steigung von 7 bis 8 Prozent. Mir bot sich mit zunehmender Höhe ein toller Blick hinunter ins Etschtal.


Blick hinunter: Hinten Meran und das Passeiertal

Es lief prächtig, die Beine schienen super, und ruckzuck hatte ich dieses erste Steilstück überwunden. Dann flachte die Straße, die nun am Hang entlanglief, wieder ab und eine 2 Kilometer lange Abfahrt ließ mich gut gelaunt im Ort St.Pankratz (750 m) einlaufen. Die Straße präsentierte sich breit und in größtenteils hervorragendem Zustand.
Es folgte ein nächstes Steigungsstück hoch nach St. Walburg (1200 m), 8 Kilometer lang, aber nie richtig steil. Hier musste ich mehrere Tunnels (der längste misst 320 Meter) durchfahren, die aber bis auf einen alle beleuchtet waren.
Nach diesem Touristenort wurde es auf über 10 km erstmal fast völlig flach. Ich radelte am Zoggler Stausee entlang und konnte mich den Schönheiten der Natur und anderen motivierenden Gedanken widmen, ohne mich besonders anzustrengen.


Der Zoggler See - der größte von 5 Stauseen im Ultental
 
Überhaupt die Stauseen: Insgesamt fünf gibt es im Ultental, die insgesamt über 50 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können. Typisch für dieses Tal auch die zahlreichen Höfe, bei denen nur das Kellergeschoss gemauert und der Rest aus Holz erbaut ist.
Bei Kilometer 30 erreichte ich schließlich St.Gertraud, die letzte Ortschaft. Sie wird durch die Straße umfahren. Und hier war dann endgültig Schluss mit Naturgenuss und Romantik: Nach einer ersten kurzen Rampe zog die nunmehr viel schmalere Straße dann erbarmungslos an einem Hang nach oben. 2 Kilometer fast geradeaus, gut 15 Prozent Steigung, dazu voll in der Sonne. Hier "gönnte" ich mir dann zwangsweise einen Fotohalt.


2 Kilometer lange Horror-Rampe voll in der Sonne
 
Zum Glück gab es dann einige Kehren, dazu verschwand die Straße im Wald - wohltuender Schatten. Leider schien sie überhaupt nicht aufzuhören - aber schließlich hatte ich es doch geschafft. Ich war aus fast mediterraner Umgebung ins Hochgebirge geradelt.


Der Hochpunkt in 1900 m Höhe


Liebenswertes Gasthaus


Der Weißbrunner See ganz oben im Ultental
 
Alles in allem eine äußerst anspruchsvolle Tour durch eine bemerkenswert reizvolle Landschaft. Gerade weiter oben schien manchmal die Zeit stehengeblieben zu sein. Das Schlussstück zwischen St.Gertraud und dem Weißensee bestraft den Pedaleur, wenn er vorher zu leichtsinnig mit seinen Kräften umgegangen ist. Ich war oben jedenfalls platt.
Für die Rückfahrt sollte man sich bewusst Zeit nehmen - und sich darüber im Klaren sein, dass auf dieser "Abfahrt" auf fast der Hälfte der Strecke Mittreten angesagt ist.

Höhenprofil

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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