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  Große Pala-Umrundung 16.12.2017 05:14 (UTC)
   
 

Große Pala-Umrundung
Forcella Aurine (1299 m) - Passo Cereda (1369 m) - Passo Rolle (1980 m) - Passo Valles (2033 m)

Der absolute Höhepunkt unseres Dolomitenaufenthalts sollte die Umrundung der Pala-Gruppe werden, dieser wildromantischen Gegend mit ihren unzähligen Felsspitzen und -türmen. Auch sportlich bedeutete sie Großes: Fast 100 Kilometer mit über 2700 Höhenmetern hatte ich noch nicht annähernd gemeistert; aufgrund der guten Vorbereitung ging ich aber sehr optimistisch an diese Aufgabe heran.
Zuerst hieß es aber sich einrollen, was in der Morgenkühle gleich Jacke und bei Ronald sogar Beinlinge bedeutete. Bis Agordo gings nämlich erstmal 14 km bergab, wobei wir zwei Tunnels umfahren mussten. Kurz vor Agordo bopgen wir rechts ab, und nach Überquerung des Flüsschens Cordevole begann der Anstieg zum ersten Pass, Forcella Aurine. Dies ist eigentlich nur ein "Vorpass" zum folgenden Passo Cereda, ist aber mit 13 km Länge und 700 Höhenmetern nicht ganz ohne. Dennoch stiefelte Ronald als Tempomacher den Anstieg, der mit vorzüglichem Belag versehen war, mit einer respekteinflößenden Geschwindigkeit hoch, sodass wir schneller als geplant oben waren.


Ronald und ich auf der Forcella Aurine
 
Insgesamt ein schön zu fahrender Anstieg, der uns hauptsächlich durch Wald und kleinere Ortschaften führte und wo wir zur Rechten fast immer den gewaltigen Monte Agner im Blick hatten - mit 2872 Metern ist er einer der höchsten Pala-Gipfel.


Monte Agner

Beeindruckend: Die wilden Gipfel der Pala

Eine relativ kurze Abfahrt führte uns hinunter nach Gossaldo, wo offiziell der Anstieg zum Ceredapass beginnt. Eine 15 %-Rampe zu Beginn, zum Glück nur wenige hundert Meter lang, ließ uns Schlimmes befürchten, doch zu unserer Überraschung folgte - eine Fortsetzung der Abfahrt! Genau genommen ist der eigentliche Anstieg dann nur 3 Kilometer lang, in den Prozenten teilweise durchaus zweistellig, aber aufgrund der Kürze kein Problem. So kamen wir drei auch in trauter Einheit auf der Passhöhe, auf der einiger Trubel herrschte, an.





 
Serpentinenreich und bisweilen sehr steil (mehrere Kilometer mit 15 %) fiel die Trasse auf der Westseite des Passes ab.

 
Mit Karacho düste ich hinunter und kam nur kurze Zeit hinter unserem Begleitfahrzeug mit Armin am Steuer in Fiera de Primiero an. Kaum zu glauben, wie man in so kurzer Zeit fast 700 Höhenmeter liegen lassen kann.
Fiera ließen wir dann auch liegen, und zwar links, um uns an den längsten Ansteig dieses Tages zu machen: Den Rollepass. 1240 Höhenmeter, verteilt auf 22 Kilometer, bedeuten nicht unbedingt schwindelerregende Steigungsprozente (meist um die 6 %; erst oberhalb des Touristenortes San Martino di Castrozza wird es kurzfristig steiler). Aber die Länge! Und trotz guter Verpflegung erlebte ich an diesem Anstieg einen Einbruch ohnegleichen. Konnte ich bis San Martino, auf der mit nur 4 Kehren versehenen, meist geraden Strecke hoch über dem Cismontal, immer wieder mit großer Mühe zu Andi und Ronald aufschließen, war dort Schluss.


Mit Grausen denke ich daran zurück: In San Martino musste ich Ronald
und Andi ziehen lassen. Totaler Einbruch!

 


Den schönen Anblick der Pale di San Martino konnte ich kaum mehr
genießen

 
Eine Baustelle mit Umleitungsstecke mit geschätzten 15 % Steigung gab mir den Rest. Die letzten 9 Kilometer kurbelte ich dann im kleinsten Gang hinauf und hatte am Schluss auf Andi mindestens eine Viertelstunde verloren. So hielt sich auch der Landschafts- und Trassengenuss für mich in engen Grenzen: Der obere Teil der Strecke führt über viele übereinandergeschachtelte Kehren zur Passhöhe hin, und der Belag war funkelnagelneu (wahrscheinlich wegen des Giro, der in diesem Jahr hier vorbeikam).


Eigentlich ein Radfahrertraum: Frisch asphaltierte, nicht zu steile Kehren
 
Und der Ausblick auf die Pale di San Martino, mit ihren unzähligen Zinnen und Türmen, wild zerrissen und im Cimone della Pala (3185 m) gipfelnd, ist für jeden Menschen, der sich in einigermaßen vernünftigem körperlichen Zustand befindet, atemberaubend.


So reizvoll die Passauffahrt, so schrecklich die Passhöhe..



Ronald und Andi vor dem Passschild
 
Eine längere Pause auf der hoffnungslos verbauten Passhöhe setzte aber neue Kräfte bei mir frei. Trotz eines drohenden Gewitters wollte ich diese Runde unbedingt zu Ende fahren, wobei noch der Vallespass mit seiner unendlich lang wirkenden steilen Geraden (die mich vor 4 Tagen fast zur Verzweiflung brachte) im Weg stand. Doch dieses Mal - so komisch das klingt und so unwahrscheinlich das nach den Ereignissen am Rollepass auch war - kam ich ohne Probleme hoch. Wenn man sich bei Radrennen manchmal fragt, wie es geht, dass manche Fahrer "zurückkommen" - ich durfte dieses Phänomen hier selbst erleben. Erklären kann ich es indes nicht.
Das Gewitter verzog sich übrigens auch wieder.
Ab der Passhöhe des Valles gings dann 15 Kilometer nur noch bergab zu unserem Startort Canale d'Agordo.


Getränkeübergabe aus dem Begleitfahrzeug an den letzten Kämpfer
(gestelltes Foto!)

Auf jeden Fall stellte diese Runde für uns ein großartiges Landschaftserlebnis dar; was die körperlichen Anforderungen betrifft, waren wir uns einig, dass dies für Radfahrer unseres Kalibers die Grenze dessen darstellt, was sinnvolles Planen und realistische Zielsetzung betrifft. Zum Vergleich: Die Sella-Umrundung, die wir vor 2 Jahren bestritten hatten und die damals eine "große Herausforderung" darstellte, ist 40 Kilometer kürzer und weist 700 Höhenmeter weniger auf.


Höhenprofil der Tour:


Dieses Profil wurde mit dem Rennrad-Tourenplaner von www.quaeldich.de erzeugt. Touren planen im Online-Tourenplaner

Höhenprofil Forcella Aurine

Höhenprofil Passo Rolle

Höhenprofil Passo Valles

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  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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