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  Sella-Runde 16.12.2017 05:18 (UTC)
   
 

Sella-Runde

Eines der größten Erlebnisse für einen ambitionierten Radfahrer ist es sicherlich, die Runde um den Sellastock in den Dolomiten zu fahren. Hier kann man auf der relativ kurzen Distanz von nicht einmal 60 Kilometern vier Pässe bewältigen und über 1700 Höhenmeter meistern. Nun kann man durchaus entgegnen, dass einen diese Zahlen nicht gerade vor Schreck erblassen lassen; "mit Links" wird man diese Runde indes sicher nicht fahren können. Was ihr aber einen unvergleichlichen Reiz gibt, ist die außerordentliche landschaftliche Schönheit, die den Pedaleur auf jeden Kilometer begleitet.
Ich war diese Runde bereits 2007 schon einmal gefahren, damals von Wolkenstein aus und im Uhrzeigersinn. Daher bot es sich diesmal an, sie anders herum in Angriff zu nehmen.
So wartete wieder das Grödner Joch als erster Pass auf mich und meinen Mitstreiter Wolfgang. Bei Kaiserwetter machten wir uns am späten Vormittag in Corvara auf, um gleich als Erstes den mit Abstand längsten Anstieg (knapp 10 km) in Angriff zu nehmen.
Gleich vorweg: Es ist der schönste aller vier. Nach kurzem Einrollen in Corvara begann sofort der Anstieg. Vorbei am Erlebnispark und Campingplatz erreichten wir schnell Kolfuschg, einen ebenfalls mondänen Touristenort. Danach schlängelte sich die Straße über Almwiesen hoch; einige Kühe gönnten sich ihre Ruhe unmittelbar an der Straße. Ein Schild, das uns 2 Kehren ankündigte, gab es wohl im Sonderangebot, denn wir bekamen ein solches noch des Öfteren zu sehen (insgesamt waren 16 Serpentinen zu durchfahren). Während uns zur Rechten erst der Sassongher (der Hausberg von Corvara) begleitete und dann zunehmend die Cirspitzen ins Blickfeld rückten, dominierte links der Sellastock mit seinen gewaltigen Felsmauern und -türmen. Wegen der vielen Kehren und der Durchschnittssteigung von nur 6,2 % (nur kurz wurden die 10 % erreicht) war der gesamte Anstieg super zu fahren. Schneller als erwartet waren wir dann auch auf der Passhöhe und hatten dort 600 Höhenmeter bewältigt.


Blick zurück auf den gewundenen Verlauf der Strecke hoch zum Grödner Joch



Blick von der Passhöhe zu den Cirspitzen



Der Langkofel rückt ins Blickfeld. Links der Sellastock



Passfoto 1



Phantastische Landschaft: Die Türme des Sellastocks


Die Abfahrt war kurz und zweigeteilt; ein ca. 2 km langes Stück verläuft völlig flach und unmittelbar unterhalb der Felswand der Sella. Zunehmend rückte der Langkofel ins Blickfeld. Nach nur 6 Kilometern erreichten wir beim Hotel Miramonti die Abzweigung zum Sellajoch.



Der Anstieg zum zweiten Pass des Tages war viel kürzer, nur 5,5 km, und eigentlich der leichteste (375 Höhenmeter). Dazu wurden wir zur Rechten vom wuchtigen Langkofel begleitet, dessen markanter Felssturz den bezeichnenden Namen "Steinerne Stadt" erhielt. Es gab keine Kehren, dafür lange Geraden, die einem das Ganze viel weiter erscheinen ließ. Und die Erfahrung, nicht zu flott einen vermeintlich einfachen Pass hochzufahren, ließ mich tempomäßig etwas kürzer treten (bis dahin waren wir enorm flott unterwegs). Trotzdem brauchten wir keine halbe Stunde bis oben. Dort machten wir eine längere Pause und genossen den phantastischen Rundblick über die Dolomitenlandschaft.


Passfoto 2



Ein Blick zurück...



...und zum Langkofel...



...und zur Marmolada

Auf der wiederum recht kurzen Abfahrt durchquerten wir das wohl schönste Stück der gesamten Runde. Kiefern- und Lärchenbestand begleitete uns, dazu der sonnenangestrahlte Sellastock. Das Gefälle erreicht hier die höchsten Werte - längere Abschnitte mit über 10 % - was mich aber nicht davon abhielt, mehrere Fotohalte einzublenden und dieses Erlebnis im Bild festzuhalten.



Nach nur knapp 6 Kilometern mussten wir (an der Gedenkstätte für das italienische Radsportidol Fausto Coppi) links abbiegen, und der Anstieg zum Pordoi begann. Dieser hat seinen Ausgangspunkt eigentlich in Canazei und ist Teil der Großen Dolomitenstraße. Wir mussten auf 7 Kilometern lediglich 435 Höhenmeter meistern, was in Anbetracht des tollen Szenarios eher ein Genuss denn eine Anstrengung war.


Die letzten Kehren vor der Passhöhe des Pordoi



Passfoto 3 (Wolfgang)

Auf der wie immer total überlaufenen Passhöhe gönnten wir uns eine Pause und ein wohlschmeckendes (und reichhaltiges!) Nudelgericht. Die warme Spätsommersonne lud geradezu zum Verweilen ein.
Eine Katastrophe war an diesem Tag aber die Abfahrt hinunter nach Arabba. Nicht nur, dass auf mehreren Kilometern der Straßenbelag abgefräst war (an flottes Fahren war nicht zu denken!) und Asphaltierungsarbeiten im Gange waren (klar, die Straßen müssen instandgehalten werden). Nein, ich befand mich in einer Kolonne aus Bussen, Autos und meinen speziellen motorisierten Zweiradfreunden. Fürchterlich. Eigentlich hatte ich mich auf diese - längste - Abfahrt sehr gefreut, aber so...zum Vergessen.

Abfahrt nach Arabba. Eigentlich ein Genuss....


Der letzte Anstieg hoch zum Campolongopass war von der Papierform her der leichteste. Aber paradoxerweise ist er derjenige mit der höchsten Durchschnittssteigung (7,5 %) und kratzt auch mehrmals an der 10 %-Marke. Indes sind knapp 5 Kilometer mit letztendlich 300 Höhenmetern nun wirklich nicht furchterregend und auch vom mittlerweile etwas geschwächten Recken mit Anstand zu bewältigen.


Passfoto 4

Die Abfahrt hinunter nach Corvara war ein Genuss, und nach mehreren Kehren wurden wir vom Sassongher begrüßt.



Fazit: Wenn ich jemandem erklären soll, was für mich ein Erlebnis ist, dann ist es diese Runde. Landschaftlich absolut super, 4 Pässe, und diese in der Summe doch von beachtlichem sportlichen Wert. Ein Muss für jeden Hobbyradsportler! Einschränkend muss aber erwähnt werden, dass der motorisierte Verkehr in den Sommermonaten teilweise abnormale Dimensionen angenommen hat und es empfehlenswert ist, diese wunderbare Runde außerhalb der Haupturlaubszeit in Angriff zu nehmen.


 
  Letztes Update: 02.10.2017
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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